Wie trostlos muss eigentlich das Leben als Sky-Redakteur sein? Kaum waren zwei Mannschaften ein wenig abgefallen, kaum hatte Borussia aus 4 Spielen nur 10 Punkte und die Bayern aus eben jenen aber immerhin 7 Punkte geholt, riefen sie die Meisterjagd aus. Wie langweilig musste ihnen eigentlich sein? Ich wendete mich vom Fernseher ab. Ich war in Dortmund und hatte viel zu wenig Zeit, mir jetzt auch noch die Galaktischen anzuschauen. In der Champions League, so erzählte mir jemand, seien sie jetzt auch so gut wie Finale. Denn Marseille war eine schlechte, wahrscheinlich sogar die schlechteste Mannschaft der Welt und Real ein überschätztes Star-Ensemble.

Es sei aber auch an der Zeit. Die Bayern hätten es schon lange verdient und überhaupt. Ich schaute ihn an. War ich wirklich in Dortmund gelandet? Alle redeten über das Losglück der Bayern. Und wenn sie nicht über das Losglück redeten, so redeten sie über die unglaubliche Serie, die die Bayern jetzt aber starten würden. Sagte ich Dortmund, sagten sie Wachablösung. Nickte ich, fragten sie mich, warum mich das freue. Erklärte ich ihnen dann meine Theorie, verhöhnten sie mich, und erzählten von der Meisterjagd. Von Sky gedrillt. Von Selbstzweifeln zerfressen.

Nur nicht wenn es gegen Bremen geht. Die machen wir ein, war die allgemeine Reaktion nach den hundertfachen Ausfällen im Bremer Kader. Die machen wir mit der Einstellung nicht ein, erklärten die Anderen. Sie hatten aus der letzten Woche gelernt, und überhöhten jetzt die Fähigkeiten der Bremer. Natürlich würde der BVB gegen Bremen auf die Siegesstraße zurückkehren, daran bestand kein Zweifel. Zweifel bestand vielmehr an einem Bayern-Sieg in Berlin. Aber das sollte meine Sorge nicht sein.

Langsam richtete ich mich für das Westfalenstadion her. Endlich wieder ins Stadion. Wozu da noch Gedanken machen? Das wäre glatter Selbstmord! Abends hatte ich mich mit Redermann und Amok in der Kneipe verabredet. Vielleicht würde Redermann es diesmal dorthin schaffen.

vom unglück, sky-redakteur zu sein