Sonntag. Mein Kopf schmerzt. Den Sieg eindeutig zu lange gefeiert. Jetzt sitze ich da und frage mich: „Wieso feiern wir Siege gegen die eine Mannschaft mehr?“ Es gibt immer nur 3 Punkte. Aber natürlich: Plappermäuler, in yer face! Wieso aber schmerzt mein Kopf? Was ist passiert? Ich suche meine Spuren in der Berliner Nacht.

Angefangen hat das alles in Kreuzberg. Bei Kronen. Wurde mir zumindest versprochen. Ich hielt die Hoffnung hoch, verschüttete beim 1-0 dann aber Hövels über die jubelnde Masse, in der ich untergetaucht war. Die Heimat fern der Heimat. Die Wirtin kann auch was. Aber eben kein Kronen ranschaffen. Mir fiel ein, dass in der Wohnung noch ein paar Kisten Kronen stehen. Machte mich auf den Weg. Brutalstmöglicher Weg mit der U8, erinnerte mich an den heldenhaften Ritt von Straus. Wie er sich durchgeschlagen hatte, da habe ich immer noch Respekt vor. Die härteste Linie der Welt. Aber am Ende wartet Kronen. Kein Ausweg! Am Kotti stehend treffe ich den Inder. Immer wieder läuft er mir über den Weg. Was will der Inder? Ich weiß es nicht. Er trinkt kein Kronen und wedelt mit Reiseführern.

Immerhin stimmt er ein. „Wer ist Deutscher Meister?“ So verschaffen wir uns Respekt, aber bereits am Alex ist er wieder weg. „Da ist ne Angelegenheit in London!“ „Ok!“ Weiter. Die Menschen werden immer grauer,  sie sind bewaffnet. Mit Messern und Pistolen. Ich habe nur den Finger in meiner Tasche. „Ballspielverein Borussia aus Dortmund“, ich gehe in die Offensive! Mächtig! Zwar stimmt niemand ein, aber der Ermittler ist ihnen suspekt. Und so ziehe ich singend gen Oldie Eck, biege vorher in den Hauseingang. Die Mülleimer brennen und mir stürmen zwei bekiffte Studenten entgegen. „Das Haus brennt! Löschen!“ Das sollen sie machen. Ich brauche Kronen und Musik. Sehe Theo vor den Werbetafeln an einem neuen Tatort-Auftritt arbeiten. Kronen und Musik. Höre den Pulsschlag im ASS. Kronen und Musik. Sieg oder Blut in der Wanne! Das wird der Titel sein. Kronen und Musik. Hier verlieren sich meine Spuren. Kronen und Musik, denke ich immer wieder. Was ist da passiert? Die Platten liegen verstreut auf dem Boden. Auf dem Plattenspieler dreht sich immer noch „The Further Adventures Of Charles Westover“. Kann die erst nach meiner Rückkehr aufgelegt haben. Kann sich doch niemand nach einem Sieg anhören!

Muss noch weg gewesen sein. In der Tasche die Fahrscheine. Osloer Straße. Am Zoo? Die Lichter des Kudamms? Ich sehe nichts mehr. Ich war weg. Ich war zu enttäuscht. Jetzt liegt „Der Samstag!“ vor mir. Brutale Enttäuschung! Über die arroganten Worten. Wer hatte sich das denn ausgedacht? Kann ich nicht gewesen sein. Sicher Redermann.

Brutale Enttäuschung an der Isar.

theo, wir machen in tatort – was von der siegesnacht blieb

3 Gedanken zu „theo, wir machen in tatort – was von der siegesnacht blieb

  • November 21, 2011 um 9:51 am
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    Ein unsichtbares "U"?

    Nee, nee, Amok. Da hat Dir Dein Gedächtnis einen Streich gespielt. Ich weiß, das das "U" nicht unsichbar war, sondern ein gewisser Amok einfach vollkommen die Orientierung verloren hatte.

  • November 20, 2011 um 8:54 pm
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    Dembowski, eins sei dir gesagt, mit dem Inder ist nicht zu spaßen. Der war schon in einem Fall verwickelt bei dem es um ein unsichtbares "U" ging. Glaub mir, der ist gefährlich.

  • November 20, 2011 um 5:59 pm
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    Wieder mal großartig! Bei mir ist auch einiges lädiert. Knie, Hand, Stimme. Vom Jubeln. Aber es ist alles großartig. Obwohl nicht 9:1.

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