Rund vier Stunden vor Spielbeginn wurde ich doch langsam nervös. Dickel, damals 2008, auf dem Zaun, in seinem alten Trikot. Es spannte prächtig. Aber im Spiel selbst dann: Wenig Spannung! Zweitligist Carl-Zeiss Jena ließ sich zwar nicht die Bude vollhauen, war aber zu keinem Zeitpunkt ein richtiger Gegner. Unter Klopp blieb bislang wenig in Erinnerung. Natürlich das denkwüridge Bajram Sadrijaj-Debüt gegen Essen hatte sich eingebrannt, ansonsten gab es da aber nur Niederlagen. Niederlagen. Niederlagen. Oder Siege. Die waren jedoch nicht bedeutend.

Unter Jürgen Klopp hatte der BVB im Pokal letztmals an einem unglückseligen Januarabend gegen einen Erstligisten gespielt. Langsam wurde es mal wieder Zeit. Bremen besiegte uns damals 2-1. Es war der Auftakt zum Jubiläumsjahr. Er wurde von einem Todesfall überschattet. Seitdem waren wir in umgekehrter Reihenfolgen gegen Holstein Kiel, Fortuna Düsseldorf, Dynamo Dresden, SV Sandhausen, Kickers Offenbach, Wacker Burghausen, VfL Osnabrück, Karlsruher SC, SpVgg Weiden angetreten. Der Pokal, überhaupt alles außerhalb der Liga, das konnte ich festhalten, war bislang nicht Klopps Metier. Heute würde sich das ändern. Ohne Frage.

Wenn ich auch andere Dinge zu tun hatte, in Gedanken sah ich mich bereits am 12. Mai am Zoo stehen. Um mich herum unzählige Borussen. Darauf hatte ich Bock! Wie ich auch Bock auf ein Endspiel im Olympiastadion hatte. Mit dem Stadion gab es noch etliche offene Rechnungen. Alle würden sie an diesem Maitag beglichen werden. Jetzt musste nur noch Fürth beiseite geräumt werden und der Weg wäre frei. Der Weg würde frei sein. Heute, irgendwann gegen 22.30 Uhr. Verdammt! Alles andere ergab überhaupt keinen Sinn. Ich genehmigte mir einen großen Schluck aus der Schnapsflasche, zog mein Trikot an und hatte keine anderen Dingen mehr zu tun. Es führte ohnehin zu nichts.

pfeif doch endlich an