Das Endspiel vor dem Endspiel vor dem Endspiel. Nur noch drei Endspiele also. Da haben die Jungs in der Champions League ja ordentlich was zu tun, denke ich. Die Dortmunder Lokalpresse überschlägt sich mit Endzeitszenarien, während einzig und allein der Focus den Fokus bewahrt. „Klopp ist der große Verlierer„. Noch einmal schaue ich auf den 11.Spieltag. VfB Stuttgart 1 Borussia Dortmund 1. Verlierer ohne Niederlage. Großer Verlierer mit einem Unentschieden. Vom Bayern-Verfolger zum Abstiegskandidaten geschrumpft. Und dann noch sauer auf den Schiedsrichter. Das hat, denke ich, schon tuchelsche Ausmaße. Dieses wehleidige Auftreten, dieses jämmerliche „muss der Mario erst ein Bein verlieren“-Generve.

Im kicker zählt noch die fachkundige Meinung der Leser. So darf in der aktuellen Ausgabe ein gewisser Vogel aus Steinen sein Bewerbungsschreiben für die Reiser-Redaktion unterbringen. „Der BVB hat zwei gravierende Probleme: Zum einen eine eklatant schlechte Chancenverwertung, zum anderen Dauerschönfärberei des Trainers. Ohne dringend bennötigten Realitätssinn ist Dortmund ein weiterer Kandidat für die Rubrik: „Erst die Schale, dann den Salat!““ Mächtige Worte des Grenzländers, der seinen Brief nun mit stolzgeschwellter Brust durch die Hans-Thoma-Straße tragen wird. Mich hatte es bislang noch nicht in die Gemeinde im Südschwarzwald gezogen, doch jetzt juckt es mich in den Fingern. So viel Scharfsinn, so viel Wortwitz. Vielleicht könnte ich ihn anwerben? Noch einmal blättere ich zum Statistik-Teil zurück. Mit nur 27,6% liegt der BVB da auf Platz 8 der Chancenverwertungstabelle. Eklatant schlecht. Eines Deutschen Meisters nicht würdig, der immerhin in der letzten Spielzeit in dieser Wertung konstant die unteren Ränge belegt hatte und sich jetzt nicht sofort an die Spitze setzen will. Lewandoofski, schießt es mir durch den Kopf. Wieso hat der Vogel nicht noch Lewandoofski geschrieben? Ich buche Amok eine Fahrt nach Steinen. Er war ohnehin dort unten beschäftigt.

Der nächste Leserbrief, diesmal von WK Böhm aus Essen ist in seiner Konsequenz beeindruckend: „Bundesliga hui, Champions League pfui. Ich schaue mir dieses Elend nicht mehr an!“, lässt Böhm dort seine Meinung abdrucken. Anders als der wortgewandte Schwarzwälder, belässt es der Essener nicht nur bei Rubriken, er kündigt dem Verein seine Freundschaft auf. Recht hat er, denke ich und schaue aus dem Fenster der Samenhandlung. Geht mir nicht anders, ich bin hier im Wedding. Nicht ohne Grund. Dieses Elend habe auch ich nicht länger ausgehalten. Und dann noch diese Dauerschönfärberei des Trainers. Ich setze mich an meinen Kommentar für „Der Samstag!“. Immer der WKBöhm-Linie folgend schreibe ich:

Elendige Schönfärberei
(berlin) Als wäre die Eurokrise nicht genug! Mega-Fan-Wut auf Klopp. Kein halbes Jahr nach der Meisterschaft liegt Borussia am Boden. Die Fans haben den Hauptschuldigen längst ausgemacht. „Ein Dauerschönfärber mit eklatanter Chancenverwertung“ erklären sie und treffen den wunden Punkt: Bankrott-Klopp! Nach der erneuten Klatsche gegen die Pleite-Griechen sagt er: „Hätten wir unsere Chance verwertet, hätten wir gewonnen. Wir haben gut gespielt!“ Hätte-Hätte-Fahrradkette. Die Fans lassen sich diese Aussreden nicht länger bieten. Muss Klopp jetzt um seinen Job fürchten? Noch beschwichtigt der „Sportmanager“ Zorc: „Wir hatten nie einen Rosengarten versprochen!“ Zorc hat jeden Grund, die Sache kleinzureden. Mit Gündogan griff er in die Grütze! Der Deutsch-Türke aus Gelsenkirchen ist kein Sahin-Nachfolger. Und Bubi Leitner ein Lappen. Mario Götze wurde von Götzinho zum Leichtgewicht. Der Sommer ist längst vergangen, da segelt er immer noch durch die Strafräume! „Ich schaue mir dieses Elend nicht mehr an!“,  kommentiert der langjährige TV-Fan Böhm aus Essen. Klopp muss gehen. Sonst heißt es auch in Dortmund: „Erst die Schale, dann den Salat!“ dembowski

mega-fan-wut auf klopp