Was flattert mir da ins Haus? Ein Tag vor Saisonstart und inmitten meiner Bender/Kehl-Ermittlungen. Der einzige Vorteil: Auch Redermann ist da und er kann gleich was dazu beisteuern. Denn ehrlich gesagt habe ich von einem Kommissar Kloppeck noch nicht gehört. Hätte ich bereits von ihm gehört, dann wäre ohnehin etwas grundlegend falsch gelaufen. Kloppeck klingt verzweifelt. Kloppeck klingt ausgedacht. Kloppeck ist auch nur ne Figur, wirft Redermann in die Runde. Sicher Reiser, bestätigt er meine Gedanken. Immer wenn etwas so läuft, steckt Reiser dahinter. Ihn fuchst der bescheidene Erfolg unserer Detektei und des „Samstag!“.

„Redermann, Bender und Kehl müssen warten. Ich weiß ohnehin nicht mehr, worum es da genau ging. Bender spielt. Punkt. Kannste so weitergeben. Wichtiger. Wir müssen an die Hintermänner der Seepavillongang kommen. Sie spielen mit dem Ruf aller Ermittler.“ „Auch wenn Du wieder mal zur Übertreigung neigst, Du hast Recht. Im Größenwahn liegt die Kraft der Konstrukteure. Das hast du verinnerlicht.“ Redermann hält mir wieder einen Vortrag über die Vorzüge der Konstrukteure, ordnet ihnen auch die große Sade zu und „Coltrane hätte ohne die Konstrukteure nie sein „A Love Supreme“ schaffen können“. Ich höre ihm schon längst nicht mehr zu. Feiner Kerl, aber geht es um Soul und Jazz hat er definitiv einen an der Klatsche, denke ich.

Ich gehe zum Regal, ziehe die Emily Jane White Platte raus. „I said oh oh, Bessie Smith why do you hang your head so low? / I would die in heaven just to meet your soul“ . „Das ist noch Musik, mein lieber Redermann, hör Dir das mal genauer an. Du mit Deinem Soul und Deinem Jazz und den Einfluß der Konstrukteure. Manchmal geht es auch ohne sie, aber selten ohne Emily. Das Telefon klingelt. Thomas ist dran, will mir viel Erfolg wünschen, sehnt sich zurück ins Dortmund des Jahres 2007. „Die Leute wissen doch alle, wie ich hier gearbeitet habe“, sagt er. „Welcome aboard the Never-Come-Back-Airlines. Flug 852“, ich kann ihn mir mehr geben und überhaupt: Der verdammte Kloppeck. Wenn ich die Hintermänner in die Finger bekomme, sind sie dran. „Redermann, Du gehst jetzt zu diesem Seepavillon und schaust Dir das mal an. Ich fange Reiser ab und werde ihn mal ordentlich in die Mangel nehmen. Uns bleibt wenig Zeit, natürlich schon ein bißchen Zeit, aber den Reibach gönnen wir denen nicht. Sie gefährden den Ruf des Ermittlerstands. Vielleicht schau ich auch noch einmal auf der Wache vorbei. Von Koslowski und Schulze habe ich nun auch schon länger nix mehr gehört. Die dürften aber genauso angepisst sein. Mindestens.“

Und so ziehen wir an diesem Tag in die Stadt hinaus. Wir haben einen Plan, wir haben einen Ziel und in einem Tag beginnt die Bundesliga. Ich befürchte, ich werde wieder an anderen Dingen arbeiten müssen. Das Leben ist nicht immer nur gerecht. Auch als Konstrukteur.

jagd auf kommissar kloppeck