Gestern also erstmal in die Kneipe. Natürlich nach Sonnenuntergang. Hängt da der gottverdammte Reiser rum und fragt: „Wie läuft die Flashmob-Geschichte?“. Nicht: „Wie geht’s, Dembowski?“. Ich schiebe mich an ihm vorbei, zock ein paar Runden am Flipper, die Jukebox schluckt erst einmal Reisers weiteren Annäherungsversuche. Aber irgendwann ist auch „Monarchie & Alltag“ vorbei. Montags ist in der Kneipe immer 80er-Party. Doch deswegen kann Reiser nicht hier sein. Seine Worte übertönen die verstummte Musik. In der vergangenen Stunde hat er es sich gegeben. „Dembowski, sorry! Mich haben die ins Meisterbüro geschickt. Ich brauch jetzt jeden Tag eine Story. Du weißt ja: Die kleinen Anekdoten aus der Meisterstadt. Hol mich raus ausser Nordstadt. Was ist mit dem Flashmob?“ Er schaut mich verwirrt an und ich merke wieder, wie sehr ich ihn hasse. Er hat mich in der Hand und ich muss delievern. „Eine Woche noch, eine Woche noch. Ich werde die echten Emotionen liefern“, sage ich. „Von Guttenberg-Fans lernen, heißt siegen lernen“, denke ich. Weitere Nachfragen verbitte ich mir vorerst. Reiser ist ohnehin schon wieder ein Getränk weiter und hat seine Lieblingsplatte aufgelegt, ihr wisst schon, die mit den Meisterversagern.

in sachen flashmob