Was noch zu sagen war, passte auf ein Blatt Papier, passte in wenige Zeilen Kommentar. Auf dem Platz waren die letzten Worte gesprochen, die EM würde am Rande laufen und mich doch nicht mehr interessieren als ein Selbstmordanschlag im Jemen. Die EM passierte, so wie Unglücke auf der Welt passierten. Es gab unveränderbare Tatsachen und das waren auch die großen kontinentale Vergleiche. Und die unsäglichen Testspiele im Vorfeld, in diesem Jahr aber von dem letzten Spiel einer Vereinsmannschaft bereits vor den eigentlichen Testspielen gekrönt. Bayern gegen Holland. Robben gegen Robben. Kroos gegen van Bommel.

Natürlich würde die ARD live übertragen, erst am Montag hatte sie ihre Fußballkompetenz in der Talksendung Hart aber fair unter Beweis stellen können und weiterhin Populismus im Überfluß verbreitet. Hier aber konnte ich den Fans nur zurufen: Sitzt das aus. Noch ein paar Tage. Dann ist EM und der nächste Selbstmordanschlag, das nächste Erdbeben, der nächste Merkel-Kniff. Das geht vorbei. Und jede Form der Selbstverteidigung war überflüssig. In der Stunde der Populisten hatte Greta, 69 aus Detmold das Wort. In der Stunde der Populisten hatte der Baptist seinen Auftritt. Was sie dort sagten, konnte ohnehin niemand ernst nehmen.

Deswegen hatte ich dazu auch nichts zu sagen und das was noch zu sagen war, passte auf ein Blatt Papier, passte in wenige Zeilen Kommentar. Langsam hatte ich meinen Koffer gepackt und die Sirenen im Soldiner Kiez waren ohne mich abgereist. Der handfeste Mord auf der Gottschalkstraße fiel nicht in mein Aufgabengebiet. Und so zog ich mich auf allen Gebieten aus der Verantwortung. Mit der Gewalt hatte ich heute nichts zu tun, mit Morden hatte ich noch nie zu tun gehabt. Ich war der süffisante Kommentator der zerfallenden Gesellschaft und konnte mit meinen Spitzen der Tristesse des Alltags doch kein Einhalt gebieten. Ich war da und musste die Zeit bis zur meiner Abreise nach Stettin rumbekommen. Es fiel mir nicht leicht, denn alles was ich noch zu sagen hatte, passte auf ein Blatt Papier, und doch wollte es mir einfach nicht mehr einfallen.

in der stunde der populisten sollte man schweigen