Als ich meine Mails checkte, hatte der Berliner einen letzten Tagebucheintrag übersendet. Er war kurz. Und disqualifizierte ihn noch ein letzes Mal als Wendehals. 

EM – Das Finale
Italien gegen Spanien

Du wirst nicht zurückkommen, singt Peter Kreuder in seinem Beitrag zum 95er „Paradies Der Ungeliebten“. Du warst viel zu lange hier. Die EM auch. Sie ermüdete. Die Nebenschauplätze überlagerten das Spiel, dass von Spanien stranguliert wurde. Doch als sie an diesem Sonntagabend auf einen Gegner trafen, der mit offenem Visier gegen die Niederlage kämpfte, knieten die Kritiker nieder, um Abbitte zu leisten. Das beste Spiel der EM, die brillantesten Tore, der offensivste Fußball. Allein für das 1-0 lohnten sich die Mühen.

Ausgerechnet Spanien! Ausgerechnet die Mannschaft, die dieses Turnier viel zu lange im Würgegriff hatte, befreite das Turnier von seiner Last. Das Spiel wird in Erinnerung bleiben. Und auch wenn es nach 60. Minuten enden musste, so zählten auch die letzten 30 Minuten zu den unterhaltsameren Minuten der EM. Und während Spanien also neue Maßstäbe setzt, und für 90 Minuten, wenigstens für 90 Minuten! Klasse bewiesen hat, fordert ein Mitglied der Sportbild-Chefredaktion via Twitter: „Lasst uns doch über Fußball diskutieren, nicht über die Hymne!!! #meinefresse“

Ende EM-Tagebuch

em – das finale