Ich fühlte mich nur nicht sicher, wenn es mir nicht gelang, irgendwie an Kronen zu kommen. Doch das war meist kein Problem. Im Stadion selbst, auf dem Weg zum Stadion und bei der Abreise war mir noch nie etwas passiert. Vielleicht mal ein kleines Scharmützel. Aber musste man sich nicht auch einmal anschreien können? Gehörte das nicht zum Spiel dazu? Ich wollte kein klinisch reines Stadionerlebnis. Mir war es wichtig, dass rund um das Spiel eine durchaus aufgehitzte Atmosphäre herrschte. Mir war es ebenso wichtig, mit den Fans der gegnerischen Mannschaft ein paar Kronen zu zischen und mit ihnen über das Spiel zu diskutieren. Natürlich waren diese Fans in den 90 Minuten auf dem Platz meine Feinde. Doch davor nicht, und auch danach nicht. Immerhin hatten sie eine ähnliche Leidenschaft, leider eben nur die falschen Farben gewählt. Aber wollte ich eine Welt, in der alle nur schwatzgelb trugen? Das wäre der Untergang. Ich fühlte mich verdammt sicher. Und mit jedem Fan, mit dem ich sprach, verband mich die Leidenschaft für den Fußball. Das war wichtig. Wasserwerfer, Pfefferspray, die Berittene. All das kannte ich nur vom Hörensagen. Und aus der Zeitung. Nicht aus meiner aber. DerSamstag! fühlte sich auch sicher. Weniger Hysterie, mehr Verstand. Das waren meine Forderungen. Die sich mit denen der „Ich fühl mich sicher“-Kampagne deckten.

dembowski fühlt sich sicher