Kann mir mal jemand sagen, wie ich hierhin gekommen bin? Es war Freitag, ich war im Stadion und auf einmal war da diese Gruppe, die mich nicht mehr gehen lassen wollte. „Ohne Ermittler gehen wir nicht los. Ohne Dembowski wär hier gar nichts los.“ Sie hatten meine Schwäche für den Alkohol entdeckt und spielten jetzt mit mir wie Götze und Lewandowski mit der Hamburger Abwehr. Bald war ich willenlos wie Mancienne und kippte die Biere in Sturzbächen in mich hinunter. Die Stadtgrenzen hatte ich da bereits hinter mir gelassen. Die vier Jungs erzählten mir Geschichten von der Hafenstraße und von ihren Touren zu The Hoff.

Soweit ich mich erinnern kann, waren sie ihm wohl für ein paar Wochen hinterhergereist. Einer von ihnen schleppte mich noch in eine Essener Kneipe. Und verließ mich dann. Wie alle anderen guten Geister auch. Hier war ich nun in Essen-Borbeck. Die Kneipe war eine Kneipe. Wie man sie eben so kennt. Jukebox, ein paar alte Säcke mit Würfeln, ein Skatrunde und ein Flipper für die Einsamen. Davon gab es hier jedoch nur wenige. Nur mich. Der Typ hatte mich zwar noch als Ermittler vorgestellt, und vor seinem Entschwinden Willenlos aufgelegt, mir sonst aber nicht einmal eine gute Nacht gewünscht.

Die wurde es dann aber doch. Erst aber stand ich da und hörte Westernhagen. Noch ne Runde. Jetzt war es auch egal. Ich rief gerade noch einmal Redermann an. „Redermann! Wie laufen die Ermittlungen? Stell sie ein! Komm nach Essen. Ich habe einen Plan“. Redermann fragte gar nicht nach, er war ohnehin noch sauer, dass ich ihn an die A2 gestellt hatte. Er sollte die Brücke zu den Fischteichen in Brambauer überwachen. Vielleicht, hatte ich ihm erklärt, passiert hier was. Ich war im Stadion gewesen und jetzt eben hier. Und ich hatte einen Plan. Die alten Verhaltensregeln für Gündogan würde ich ein wenig abwandeln und sie Manuel unter die Nase reiben. Erst wollte ich Kleppo mitnehmen, aber der war nach seinem Wischer nach dem Pokalfinale immer noch nicht gut auf Manuel zu sprechen.

Also Redermann. Wir hingen noch ein wenig in der Kneipe ab. Tranken ein paar Gehängte und ließen es uns bis weit nach Sonnenaufgang gut gehen. Zwischenzeitlich hatte ich mit Ritchie telefoniert, auch er war an Bord. Er würde uns ein paar Kontakte herstellen. Kontakte von größter Wichtigkeit, wie ich Redermann immer wieder erklärte. Ihm war alles egal. Er schrieb gerade an seinem neuen Boyd-Fangesang. Also erstmal auf den Betze. Ich verbrachte die ganze Zeit mit der Betze-Wurst, Ritchie schlief und Redermann sang sein Boyd-Lied. Niemand hörte es. Aber hilft nichts. Wir mussten weiter. Redermann erzählte mir von den Amas und wie groß das alles sei. Er hatte eindeutig zu viel Bier. Wir mussten aber noch runter. Bis zum Flughafen München.

Ritchie hatte die Jungs zusammengetrommelt. Es waren vielleicht 30. Sie waren vermummt. Sie stammten aus Franken. Und wollten sich das hier nicht entgehen lassen. Wir fingen Manu im Hotel ab, das Interview für den „Samstag!“ hatte ich ohne Probleme durchgeboxt. Immerhin waren wir jetzt eine aufstrebende Sportzeitung. Ernstzunehmend, fügte ich hinzu, als Manu mich fragte, worauf all das hinausläuft. In diesem Moment kamen die Franken. Sie fassten sich kurz. Und hielten einen Zettel hin. Einer erklärte ihm die Abläufe „hier in München“.

Er unterschrieb. Mit der Pressekarte ging im Stadion. Und jetzt stehe ich hier mit Redermann und wir fassen es nicht. Rubbeldikatz am Marienplatz.

date mit manu – bälle fangen