Eigentlich wollte ich heute noch einmal von der Meisterfeier berichten. Tag 3. Was Kriens nicht erlebte, wieso ich mit Reiser bei Kevin war und was sonst noch so in der Kneipe passierte. Aber dann das: Verdammt. Die Saison ist vorbei, ich wollte mich jetzt ans Kohle zählen machen. Meine Aktion 100.000 Freunde für 1 Euro war eigentlich wasserdicht. Der Schutzdamm meterhoch gebaut und abgesichert.  Die AGBs undurchsichtig, die Teilhabe abgemacht. Klar, die Einnahmen schleppten sich bereits in den ersten Tagen mehr schlecht als recht.  Der Köder, die ersten 100 Einträge für lau, aber war langsam aufgegessen. Jetzt ging es ans Eingemachte. An die große Kohle, das Haus in der schottischen Einöde war gebucht, ein paar Wochen entspannen. Die Erdgeschosswohnung hinter mir lassen. Anstatt Bier von der Wentraud und Affenmaskenmanngeschichten hätte es Nessi-Mythen gegeben,  Loch Lomond kannte ich schon auswendig und der Single Malt stand bereits im Haus bereit. 
Dann das. Die verdammte Rote 1 diesmal mit einer schlechten Nachricht. „Dembowski, wir haben ein kleines Problem. Wir müssen die Sache vom Netz nehmen. Irgendein dummer Anwalt hat uns abgemahnt und uns das Geschäft unseres Lebens untersagt!“ „Blutsauger“ schreibe ich zurück und meine es so, wie ich es schreibe.  Wieso können die uns nicht mal unsere Geschäfte machen lassen. Ein Anwalt wohnt nicht in einer Erdgeschosswohnung und muss sich den Anfeindungen der Nordstadtblagen aussetzen. Unfreiwillig. Freiwillig vielleicht, wenn er  mal wieder einen seinen hochdotierten Jobs annimmt.  Ein Ermittler, obwohl meine Auftragslage dank meiner Informationsoffensive gerade top notch ist, muss jeden verdammten Job annehmen und in einer Erdgeschosswohnung wohnen. Er ist den Jahreszeiten ausgesetzt. Er muss in der Kneipe Musik hören, die andere Leute nicht einmal im Ansatz als Musik bezeichnen würden und lebt zuhause von seinen alten Vinylschätzen. Fuck Forever!  You take the high road and I take the low road. Aber Du bist trotzdem immer noch vor mir da, du Penner. Ich könnte mich aufregen.
100.000 Freunde für 1 Euro, mein Arsch. Die Seite ist jetzt vom Netz. Kurz vorm Break Even. Das war wieder nichts. Ein Schlag in das Kontor. Für mich bedeutet das kein Urlaub in der schottischen Einöde, für mich bedeutet das einen Sommer voller Ermittlungen. Verflucht. Aber OK, den Ärger haben trotzdem die sogenannten Macher der Seite. Schwamm drüber.
100.000 freunde für 1 euro und 1 anwalt