everyone’s gone to the moon

Miriam Wu trank einen Ingwertee. Sie blätterte gelangweilt durch den Stapel Zeitungen. Seit Tagen dominierten die Bayern die Titelseiten. Ein Interview und eine Niederlage in Hoffenheim hatten sie in eine tiefe Identitätskrise gestürzt, vergleichbar nur mit dem Identitätsraub Heidels in Gelsenkirchen. Ausgewiesene Experten vertraten unterschiedliche Meinungen.

Eins war klar: So konnte es mit den Bayern nicht weitergehen. Zum Glück stand mit Julian Nagelsmann der Retter bereits bettelnd vor der Tür. Sie mussten ihn nur noch rein- und Carlo Ancelotti irgendwie unbemerkt rauslassen. Uli und Kalle, da war sich Wu sicher, würden das schon wuppen, wenn sie sich erst einmal geeinigt hatte. Mit Brazzo hatten sie einen guten Sportdirektor installiert. Wu war von ihm begeistert. Er strahlte eine „certain freshness“ aus, und konnte gut mit der Faust auf den Tisch hauen. Wu beschloss, Brazzo eine Axt zu schicken. Dann blätterte sie weiter.

Hauke Schill las im Internet. Dort bosste der Hamburger SV das Geschehen und trieb Eurosport, den neuen Player auf dem Bundesligarechtemarkt, in Versalien vor sich her. Es war ein Schauspiel. Sogar von einem Freispiel war die Rede. Er malte sich aus, wie das so sein würde. Der HSV im Free-TV. Er würde eine Runde Schulle aufs Haus spendieren, ja vielleicht sogar seine Astra-Vorräte anbrechen.

Pestol saß mit Wu am Tisch direkt neben der Jukebox. Er hielt einen eng beschriebenen Zettel in der Hand. Noch einmal ging er Dembowskis letzte Worte durch. Der Ermittler hatte die Borussia gesucht, war mit dem Kopf in den Aschenbecher gefallen, und seither nicht mehr aufgetaucht. Wo war Dietfried? Und konnten ihm seine Worte etwas sagen?

Hagenberg-Scholz ging die Retouren durch. Er würde später hoch zu Schill, hoch ins Soldiner Eck, weg von der Eberswalder Straße. Ihm hing der Späti zum Hals raus, doch nachdem sich die Scholl-Nachfolge zerschlagen hatte, blieb ihm keine Wahl. Er musste hier für das Auskommen seiner Familie sorgen. Manchmal erinnerte er sich an seine Tage im Institut. Und daran, wie erst RaRa und dann sein altes Leben verschwand. Er war nicht unglücklich. Sogar Berenice hatte sich wieder gefangen. Gemeinsam waren sie stark, und würden es immer sein. Das hatten sie sich an dem Tag, an dem aus Justin Scholz Justin Hagenberg-Scholz wurde, geschworen.

Einmal hatte er bei einem BVB-Podcast angerufen. Es ging um Sahin und Julian Weigl, dem ehemaligen Jungstar, der seine Zukunft bereits hinter sich hatte. Das sagten alle Modelle voraus. Die Reaktionen auf seinen Anruf waren überwältigend. Sogar am Späti hatte ihn ein Kunde darauf angesprochen. Hagenberg-Scholz hatte dem Kunden ein Club Mate spendiert, und war selbst rüber zum neuen Kaffeeladen auf der Eberswalder. Das war ein Feiertag. Irgendwann würde er der Nachfolger des Scholl-Nachfolgers werden, er musste nur seinen Namen weiter streuen. Das hatte bereits bei Escher funktioniert, dessen Analysen er weiterhin nicht so sehr schätzte, den er aber ob seiner Omnipräsenz bewunderte. Hagenberg-Scholz wusste mehr. Bald schon würde er die Gelegenheit dazu haben.

Durch Dembowskis plötzliches Verschwinden würden sich neue Möglichkeiten ergeben. Die MiaSanRot-Geschichte, das musste er sich eingestehen, war eine reine Luftnummer. Sein Namensvetter Justin hatte ihm dort übel mitgespielt, seine Rückkehr zum DID könnte zu einem Triumphzug werden.

Hagenberg-Scholz ging noch einmal die Retouren durch. Von sämtlichen Titelbildern lachte ihn Lindner an. Ganz langsam zerriss er sie. Am Tresen warteten die Leute andächtig.

Genevieve Heistek blickte noch einmal auf das Cover der Oktober-Ausgabe. Sie hatten Dembowski aufs Titelbild gehievt. Der Ermittler steht an der Baude, hinter ihm rauschen unscharf die Autos über die vom Neonlicht ausgeleuchtete Badstraße. Er trägt eine abgewetzte Lederjacke, in seiner Hand ein Schulle, sein Blick in eine ungewisse Zukunft gerichtet. Es war das letzte Foto, das in ihren Archiven von Dembowski existierte.

Koi wartete auf den Winter, Dörte auch.

Wu erhielt eine Nachricht.

Robert Lewandowski, 314 Tore in 498 Pflichtspielen für Verein und Land, Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, hat ein Problem: Akzeptanz!

Außerhalb der Grenzen seines Heimatlandes ist der Jahrhundertstürmer Robert Lewandowski (bald 30) nicht mehr als ein Jahrhundertstürmer ohne Profil. Er ist der große Verlierer im Milliardenspiel Fußball.

Der Fehler: Lewandowski hat auf die Bundesliga gesetzt.

Lewandowski verrichtet seinen Dienst. Er schießt Tore. Er jubelt, wenn er jubeln muss. Und er postet Bilder auf Instagram, wenn er Bilder auf Instagram posten muss. Er hat Frau und Kind. Er hat kein Glamour. Er ist nicht angreifbar, und er ist nicht nahbar.

Mit Polen wird er nie einen großen Titel gewinnen. Mit Borussia Dortmund konnte er die Champions League nicht gewinnen. Mit Bayern München wird er nie die Champions League gewinnen. Nicht mit Carlo Ancelotti. Nicht in diesem rückwärtsgewandten Verein, der aus seiner Vergangenheit Rückschlüsse auf die Zukunft zieht.

Diese Mentalität zerfrisst den Verein. Einen anderen Verein gibt es in Deutschland nicht.

Bayerns langsames Verschwinden aus der europäischen Spitze ist gleichbedeutend mit dem Ende der großen Bundesliga-Zeit. Die deutsche Liga hat im Erfolg 2013 ihre größten Fehler gemacht. Schon damals gab es kein „Weiter so!“. Sie hätte sich öffnen müssen. Nach ihren Regeln.

Jetzt werden sie von Red Bull, Katar, Rakuten und Leuten wie Mansour bin Zayed Al Nahyan diktiert. Jetzt wird sie von Grabenkämpfen erschüttert. Die Bundesliga hat zu lange reagiert und nicht agiert. Sie hat Fans und Investoren gleichermaßen verprellt.

Der Internationalisierungsprozess der Bundesliga ist zum Scheitern verurteilt. Das beweist Robert Lewandowski.

Wu löschte die Nachricht.

Sie erzählte niemanden davon

Hauke Schill legte Nina Simone auf.

Pestol machte sich Sorgen um Dembowski.

Hagenberg-Scholz freute sich auf die Champions League.

In einer Pfütze vor dem Soldiner Eck lag ein Eva Högl-Wahlplakat.

Eine Air Berlin landete in Tegel.

Koi wartete auf den Winter.

 

wie lief das mit dembele, herr dembowksi?

Herr Dembowski, wo erwischen wir Sie heute?

Schäfersee. Die Maschinen starten. Gerade ist ein Typ vom Tretboot gefallen, und ich will mein Handicap verbessern. Teste heute einige neue Bälle, jeder rotiert doch ein wenig anders und ich muss einfach dranbleiben und selbstkritisch sein. Das ist das A und 0 beim Minigolf.

Haben Sie denn schon eine Runde absolviert?

Jau. Zweite Schleife und jetzt auf Schulle³. Erste Runde war mit 54 ganz passabel. Fast schon Platzstandard. Aber es geht immer besser.

54. Von dieser Zahl und der damit verbundenen Qualifikation für die Champions League träumte auch der FC Schalke 04. Jetzt haben die Königsblauen gegen Hannover verloren.

Domenico Tedesco doch kein Bessermacher, sondern nur ein moderner Rolf Schafstall? Diese Frage habe ich als kritischer Geist bereits in den vergangenen Wochen in den Raum gestellt. Dort stand sie dann wie ein großer Elefant in einem Raum voller Blinder. Die tasten sich jetzt langsam an die Wahrheit und es bleibt dabei: Unter eintausend blinden Experten ist Dembowski König!

Jetzt haben die Königsblauen auch noch Benedikt Höwedes vom Hof gejagt. Was sagen Sie dazu?

Das muss man sich mal vorstellen. Der war für mich immer eine One-Club-Player. Höwedes war das, was Metzelder immer sein wollte, aber nie werden konnte. Höwedes war loyal, kritisch und hat immer im Sinne des Vereins agiert. Er hat das Vereinsinteresse über seine eigene Gesundheit gestellt. Das wird ihm jetzt zum Verhängnis. Über sein Handeln hat er sich eine Position erarbeitet, die ihn für das Führungspersonal gefährlich machte. Er wird jetzt von höchster Stelle aus Gelsenkirchen verjagt. Clemens Tönnies mischt nach einem Jahr endlich wieder aktiv mit.

Es ist herrlich. Tedesco damit bereits jetzt nicht nur sportlich angeschlagen. Im nächsten Sommer gibt es wieder einen neuen Trainer, einen neuen Umbruch, sicher auch einen neuen Sportvorstand. Heidel hat in knapp über 12 Monaten 12 Spieler der Knappenschmiede verkauft oder verliehen. Mit Meyer und Kehrer stehen die beiden nächsten Spieler parat. Dazu verlässt Goretzka den Verein, der weiter eine einzige Geldvernichtungsmaschine ist.

 

Anders als die Rivalen aus der Nachbarstadt, Ihr Herzensklub Borussia Dortmund. Die Borussen häufen weiter Millionen an. Dembele geht für am Ende rund €135 Millionen über den Tisch.

Dabei kann er nicht einmal den Ball hochhalten. Ich liege immer noch unterm Tisch. Sogar der TSV Winsen hat bessere Spieler. Da hat Aki wirklich sein Meisterstück abgeliefert.

Wieso müssen Spieler bei ihrer Präsentation eigentlich mit dem Ball jonglieren?

Weil es gut aussieht, weil die Outtakes davon die Welt unterhalten, und weil wir die Maschine immer befeuert werden muss. Fußball ist doch schon lange nicht mehr Fußball. Es ist ein Gerangel um Aufmerksamkeit, um die Erzählung. Nehmen Sie Dembele: Ich liege unterm Tisch, und da ist es bereits sehr eng. Das Internet ist voll mit superkreativen BVB-Fans und ihren Trikotergänzungen. Das ist ein Gewinn für alle. Soll ich Ihnen erzählen, wie der Dembele-Deal wirklich abgelaufen ist?

DID wäre ma fantastisch. Wie ist der Dembele-Deal wirklich abgelaufen, Herr Dembowski?

Vor ein paar Wochen, ich aß gerade ein Fischbrötchen am Strand, klingelte mein Telefon. Ich war naturgemäß verärgert. Matjes, dazu ein lokales Bier, Sonne, Wasser, ich beobachtete eine Möwe. Da werde ich ungern gestört. Jetzt war aber Aki am anderen Ende der Leitung. Er war besorgt. Das war Anfang Juni. Gerade noch hatte Feldenkirchen das ganze Drama aufgeschrieben. Doch nur auf mich wollte er sich in dieser heiklen Angelegenheit verlassen.

Worum ging es bei diesem Anruf?

Dembele. Davon reden wir doch die ganze Zeit. Neymar war noch nicht talk of the town. Das war zu diesem Zeitpunkt noch Tuchels Abgang, in heutiger Zeitrechnung ist das also bereits Jahrhunderte her. Aber damals war es aktuell. Dembele wollte nicht mehr, er konnte nicht mehr. Tuchel war sein Mann. Und Barcelona sein Verein. Das hat er der Borussia in aller Deutlichkeit mitgeteilt.

Crazy. Und was dann?

Aki sollte auf Zeit spielen. Erst einmal den Sommer beginnen lassen. Es war doch nach dem Katar-Boykott der Golf-Staaten ein offenes Geheimnis, dass die das über Paris spielen würden. Und wer würde das Ziel einer solchen Attacke sein?

Ein Verein, der die Reihen verlassen hat.

Genau! Barcelona. Hand aufs Herz! Messi ist zu alt, Suarez ein unsicherer Kantonist ohne Glamour. Da blieb nur Neymar, der aus dem Schatten Messis treten musste, um endlich zu wachsen. Das habe ich Aki erklärt. Er hat das verstanden, wenn ich auch hören konnte, wie er eifrig an seiner Zigarette zog. Das kann man nie ganz verbergen.

So kam es dann auch. Neymar wechselte.

Wir haben das von langer Hand geplant. Mit Dembele. Der wollte nur noch weg, der wollte aber auch nicht als Schnäppchen gelten. Wenn man es bei Barcelona schaffen will, muss man richtig Kohle kosten. Machen wir uns doch nichts vor, die bisherigen Wechsel aus dem Kaufhaus des Westens, ein Lob an die Kollegen vom kicker, sind doch letztendlich alle immer dann gescheitert, wenn die Ablöse nicht besonders war. Sahin, Kagawa, Götze. Das waren Schnäppchen für die aufnehmenden Vereine. Lewandowski bleibt der ewige Sonderfall. Mkhitaryan, Gündogan und Hummels waren eine andere Liga, und so spielen sie nun auch bei ihren neuen Vereinen.

Also hatten beide Seiten ein Interesse an einer hohen Ablöse?

Exakt. Und wie erzielt man diese? Durch erhöhte mediale Aufmerksamkeit. Man kann ein Angebot von Barcelona nicht einfach totschweigen. Also musste der BVB offensiv damit umgehen, und der Spieler eine aktive Rolle spielen. Wir haben uns dann entschlossen, mit einem Streik für weltweite Aufregung zu sorgen, Barcelona somit unter Druck zu setzen. Klopps Strategie in Liverpool ist dagegen nur noch lachhaft. Niemand glaubt je an eine Verletzung.

Der Streik kam gut an.

Exakt. Maximale Aufmerksamkeit. Und das nach einem angeblich verpassten Training. Indem wir den Scheinwerfer auf den BVB gedreht haben, musste Barcelona handeln. Sie standen schon schlecht genug da. Den Rest können Sie dann wieder der Fachpresse entnehmen. Aber so war das mit Dembele. Am Ende ein Traumgeschäft für den BVB.

Klasse. Das war ausführlich. Noch schnell ein paar Leserfragen. Wir wollen Sie gar nicht weiter stören. Sicher hecken Sie bereits wieder einen neuen Plan aus.

Okay. Das klingt fair.

Frage 1 von Mike aus Stellingen: Wieso holt der BVB nicht Özil und Draxler. Er meint da wohl Julian.

Weil der BVB überragend gut aufgestellt ist. Özil ist ein Langsammacher, der nicht ins Bosz-System passt. Jule könnte man holen, um Schalke zu ärgern. Doch die sind keine Konkurrenten mehr. Das haben wir ja bereits ausführlich diskutiert.

Frage 2 von Ned vom Kiez: Welcher Transfer wird uns am Donnerstag alle überraschen?

Cristiano zu Monaco. Damit haben wirklich nur Insider gerechnet. Zu denen zähle ich mich.

Golfprofi Thomas aus Potsdam wundert sich: Sind diese „Kaufe heute schon Spieler für die nächste Saison“ die Antwort auf Watzkes Forderung, dass die Transferzeit früher enden muss?

Nein. Die Welt dreht sich nicht um Watzke. Thomas meint sicher Keita. Hier wird doch nur öffentlich, was seit Jahren bereits so bei Transfers ohne Ablöse praktiziert wird.

Klaas aus Braunschweig hat gleich zwei Fragen. Eine haben Sie bereits beantwortet. Frage 2: Wird Christian Pulisic nächste Saison für mehr als 150 Millionen Euro verkauft?

Nein. Christian Pulisic, der amerikanische Dirk Nowitzki, wird noch einige Jahre in Dortmund spielen und dann in die MLS wechseln. Für richtig, richtig viel Geld. Er wird der erste große Transfer der amerikanischen Fußballliga werden. Meint: Zum ersten Mal verpflichten die Amerikaner einen Spieler mit Zukunft. Pulisic wird den Weltfußball für immer verändern. Aber noch nicht jetzt.

Comiczeichner Marc-Oliver sieht einen Wandel in der Dortmunder Transferpolitik. Man hole jetzt vermehrt ältere Spieler, sagt er und fragt: „Wo rennt der BVB hin?“

Das sehe ich nicht so. Und der BVB rennt in eine goldene Zukunft mit einem bunten Mix der besten Spieler vieler Länder. Marc-Oliver sieht nicht, dass der BVB durch die Verkäufe von Merino, Mor und Dembele rund €160 Millionen eingenommen hat und somit für Hummels, Mkhitaryan und Gündogan nachträglich weitere €100 Millionen erhält, und weiter auf Götze, Schürrle und auch Rode zurückgreifen kann.

Mark aus München möchte wissen, ob England gegen die West Indies gewinnen kann?

Sie haben verloren. Überragendes Spiel der Windies. Bangladesch schlägt Australien. Im Cricket ist die Welt noch in Ordnung.

Knalli fragt..

…hat der sich immer noch nicht gelöscht? Nächste Frage.

Die einen guten Abschluss bilden könnte. Schalke-Fan Sebastian fragt: Wann ist die perfekte Zeit des Tages, um ein Schulle aufzumachen?

Immer. Gute Frage übrigens. Ich nehme noch ein paar Fragen.

Peter aus Paderborn sorgt sich: Erreicht der Trainer die Mannschaft noch?

Definitiv. Sonst wäre er nicht mehr Trainer.

Rainer zeigt sich an Ihrem neugewonnen Ruhm interessiert.

POWER RANKING? Ich sage Ihnen was: Die Typen schmeißen mich in ein paar Wochen wieder raus. Keine Klicks, keine Kohle. Fußball, das verspreche ich, bleibt weiterhin vergleichbar.

Wir hätten noch einige Fragen

Jetzt nicht mehr.

Okay.

Kein Ding. War trotzdem toll.

Das stimmt, Herr Dembowski

ist pulisic der neue dembele, herr dembowski?

Herr Dembowski. Wo treffen wir Sie heute?

Soldiner Eck. Der BVB-Walzer läuft. Die Welt ist nicht gerecht. Passend, dass es am Samstag gegen die Hahoherrlichen geht. „Immer wieder Hahohe. Ja, das ist der BVB!“

Peter Erdmann hinterlässt Spuren.

Das macht er. Es ist schön, dass er sich spät im Leben noch einmal mit dem BVB versöhnen konnte. Sein Lied wird bleiben. Seine Geschichte dürfen wir nie vergessen.

Es fällt schwer, aber wir müssen auf die Gegenwart blicken.

Übertreiben Sie mal nicht. Bis vor wenigen Minuten haben Sie seit Jahren bei Erbse an Chicharito gedacht. Aber es stimmt. Alles ist vorübergehend. Das ist leider so.

Wie Ousmane Dembeles Zeit in Dortmund?

Ich werde aus der Nummer nicht mehr schlau, und ehrlich gesagt: Es interessiert mich auch nicht sonderlich, was eigentlich auch verrückt ist. Wir reden hier von €150 Millionen. Das ist nach meiner Rechnung recht viel Geld. Aber alles mit dem Dembele-Transfer Zusammenhängende bleibt eine schlecht gescriptete Episode der ohnehin seit Monaten maximal drittklassigen Reality Soap 44309 Dortmund.

Auf dem Platz hingegen beeindruckten die Dortmunder.

Und die Wolfsburger enttäuschten. Über den Sieg darf man sich freuen, befriedet er die Lage doch zumindest für den Moment.

Auch dank Christian Pulisic. Ist der US-Boy der neue Ousmane Dembele?

Von Pulisic halte ich viel. Aber der Junge wird im kommenden Monat 19. Da kann noch so viel passieren. Und hören Sie doch einmal mit diesen Vergleichen auf. Ein Fun fact: Pulisic ist erfahrener als Dembele. In den USA gilt er als der neue Magic Johnson. Für den US-Fußball ist er ein Dirk Nowitzki. Für den BVB die Eintrittskarte in den amerikanischen Markt. Er wird von allen Seiten mit Erwartungen überfrachtet. Dafür macht er das ganz gut. Ein neuer Dembele ist er nicht.

 

 

Der BVB gewinnt also. Auch Hoffenheim legt einen grundsoliden Start in die Bundesliga-Saison hin. Sie gewinnen gegen Bremen.

Kramaric trifft mit einem abgefälschten Fernschuss. Das kannste Dir nicht ausdenken. Dabei spielen die doch einen so schönen Fußball. Und dann läuft es auf so ein Ding hinaus.

Heute geht es in der Champions League gegen Liverpool. Coach Julian Nagelsmann ist einfach cool. Er ist 30 und erobert die Herzen der Menschen. Kann Klopp Nagelsmann stoppen, Herr Dembowski?

Klopp muss Nagelsmann stoppen. Aber ich mache mir da keine Sorgen. Die Welt blickte heute auf Liverpool…

…so einfach kommen Sie uns nicht davon. Wieso muss Klopp Nagelsmann stoppen, wie Sie das formulieren?

Wissen Sie. Es gibt momentan wenig Menschen, die mich mehr nerven als der 30-jährige Erfolgscoach. Lindner vielleicht, Czaja sowieso. Und irgendwie erinnert mich Nagelsmann an die. Ich habe neulich mit dem Balljungen gesprochen. Er sagte: „Julian Nagelsmann ist einer dieser Schüler, der nach Prüfungen sagte, er wäre so schlecht gewesen und am Ende die klassenbeste Note hat.“ Dann schickte er ihm noch einige Verwünschungen hinterher, und folgerte: „Er würde wunderbar nach München passen.“ Das passt.

Auch, weil die Münchener mit dem Bayern-Campus nun endlich die beste Jugendakademie des Landes eröffnet haben.

Sie meinen die Anti-Neymar-Einheit? Ein fantastischer PR-Move der Bayern. Den Sponsorendeal mit den Kataris haben sie hingegen immer noch nicht offiziell verkündet. Das muss man sich einmal vorstellen. Da wird in diesem Geschäft jeder Scheiß ins Unendliche aufgeblasen, und dieser Deal einfach totgeschwiegen. Erst vom Verein, und wenn es der Verein nicht verkündet, dann ist auch in der Presse kein Thema. Das ist ein Skandal!

Dr. Rainer Koch, DFB-Vizepräsident, fordert uneingeschränkte Unterstützung der Bayern. Daran, sagte Koch bei der Campus-Eröffnung sinngemäß, sei unser aller Zukunft verknüpft.

Was diese Aussage für vergangene Pokalendspiele bedeutet, werde ich hier nicht kommentieren. Seine Worte bleiben sinnfrei, eine weitere Überhöhung der Protagonisten des Spiels. Es ist aber auch egal. Wir müssen das hier nicht künstlich aufblasen.

DFB-Präsident Grindel, Kochs Mitstreiter also, hat im Streit mit den marodierenden Ultra-Banden eingelenkt. Er will auf die erpresserischen Forderungen der durchgeknallten Fußball-Hooligans eingehen, und bietet an, über einen Verzicht auf Kollektivstrafen auch in Zukunft nachzudenken. Die Ultras antworten mit „Fick Dich, DFB“-Plakaten und lautstarken Protesten. Gegen was eigentlich?

Wollen wir das wirklich noch diskutieren? Nur weil Grindel vor dem ersten Spieltag einlenkt, ändert sich doch an der Situation nichts. Die Liga wird 50+1 nicht stoppen, der Verband wird weiter nach China schauen, die TV-Anstalten werden weiter ihr Ding durchziehen, die Investoren werden weiter Geld in den Markt pumpen, Projekte wie Red Bull werden weiter in den Markt drängen, Spieler werden weiter für Rekordablösesummen wechseln, der Sport wird sich weiter internationalisieren. Da wird sich nichts verändern.

Freuen Sie sich im kommenden Jahr auf den deutschen Classico in Chicago. Vielleicht passt es sogar, und wir sehen dort den Supercup. Man könnte prima mit der WM argumentieren. Wundern würde es mich nicht. Der Supercup ist ein wunderbares Testfeld.

Sie haben mich übrigens vorhin nicht ausreden lassen. Die Welt blickt heute auf Liverpool. Die KLF sind wieder da. Im Ice Cream Van. Respekt!

Respekt auch für Sie: Das DID POWER RANKING erscheint nun bei den 11 Freunden.

Und niemand versteht es. Ich frage mich immer: Müssen wir immer alles verstehen. Müssen wir das Ende bereits am Anfang erfahren. Ich will mich diesem Diktat nicht unterwerfen. Sie können sich sein. Das DID POWER RANKING wird das Ende nie verraten.

Ist das nicht trotzdem der endgültige DID-Ausverkauf?

Wie soll ich sonst mein Schulle bezahlen?

Wer wird Meister?

In diesem Jahr wird PSG gewinnen. Sie spielen in Frankreich. Sie haben Neymar und die Anti-Neymar-Einheiten stehen in München. Wer soll sie stoppen?

Eine gute Frage. Vielleicht können wir sie bald beantworten.

Das hoffe ich.

Leipzig verliert gegen Tedescos Schalke….

…jetzt fangen Sie auch schon damit an. Hätte Rolf Schafstall diese Taktik spielen lassen, wäre …

…wäre, wäre, Fahradkette…

…haha, der Lothar, jetzt habe ich kurz gelacht. Zurück zur Frage. Schafstall wäre für diesen destruktiven Ansatz rausgeflogen. Tedeso wird sicher schneller abnutzen als Röber in Dortmund.

Dabei ist er beim fünftgrößten Verein der Welt. 

Tönnies. Jetzt traut er sich aus der Deckung. Immer ein gutes Zeichen. Schalke wird tief stürzen.

Und so schließt sich der Kreis. Auch Nicolai Müller ist gestürzt. Er bejubelte einen seltenen Treffer. Muss der BVB Aubameyang nun ein Saltoverbot erteilen?

Selbstverständlich.

Klare Kante. So kennt man Sie.

Und mit einem Schulle in der Hand. Ich tanze jetzt den BVB Walzer.