Hallo Herr Dembowski! Wo erreichen wir Sie heute?

Hatzfeldallee 29. Walking mit den lieben Damen und Herren aus der Buddestraße. Ich mag Menschen. Und ich mag es, wenn die sich bewegen. Hier am VfL-Sportplatz haben wir ideale Bedingungen. Später den Nordgraben entlang zurück zu Schill. Krisenmeeting mit Hagenberg-Scholz.

Worum geht es da?

Das können Sie sich doch denken. Justin war gottseidank die letzten Tage unterwegs. Er hat da ein paar interessante Aufnahmen gemacht. Die könnten die UEFA interessieren. Mehr darf ich da aber noch nicht verraten.

Ziehen wir es anders auf: Neymar geht für 220.000.000€ von Barcelona zu Paris…

Und will den Ballspielverein nun in die Enge treiben, um Ousmane Dembele freizupressen. Doch der BVB lehnt ein Angebot ab. Davor verschließt der Spieler nicht nur symbolisch seine Augen und verschwindet. Er will unbedingt wechseln und kann nicht verstehen, dass dafür bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssen. Ousmane Dembele ist ein junger Spieler, er will zu seinem Traumverein, doch der lässt ihn vorerst im Regen stehen. Verdreht ihm den Kopf, und bietet unter Wert.

Wieviel ist Dembele denn wert, Herr Dembowski?

Das kann ich doch nicht sagen. Die Preise auf dem Markt explodieren. Wer heute noch 100 Millionen wert ist, kann morgen bereits 150 Millionen und übermorgen dann 200 Millionen wert sein. Die Finanzspritze aus Katar macht es möglich. Das wird jetzt noch eine Weile so weitergehen. Am Ende des Transferfensters schauen wir einmal auf die Pyramide und machen weiter.

Eine herrliche Situation für den Weltfußball. Jeden Tag gibt es Sondersendungen, Breaking News, Plus-Geschichten, exklusive Infos, wilde Spekulationen. Das alles sollte man nicht unterschätzen.

Der Fußball muss sich gegen „Trump versus Kim Jong-un“ behaupten. Bei dieser Show steht die Zukunft der Welt auf dem Spiel. Da darf der Fußball nicht hintenanstehen, er muss Geschichten provozieren, wie wir sie noch nie gesehen haben. Zugegeben: Die Drehbuschreiber sind etwas unter Druck. Es muss alles schnell gehen.

Für genau diese Art Wegwerferregung lieben wir den Sport. Er lenkt uns ab. Im besten Fall sehen wir nichts anderes mehr. Dembele triggert nun wirklich wieder alle. Sogar Rot-Weiß Oberhausen hat sich auf Twitter geäußert, Tennis Borussia geantwortet. Die Rentnergang und ich liegen auf dem Boden lachend. Herrlich diese Kreativität.

Micky Beisenherz hat sich noch nicht geäußert, er muss immer noch den Scholl-Schock verdauen. Das vergisst man heute schnell. Die TV-Berichterstattung hat, ich zitiere, „einen Typ mit Ecken und Kanten“ verloren. Klar. Still lovin‘ Mehmet Scholl, aber meine Erinnerung an seine Zeit als Spieler genügt mir. Ecken und Kanten habe ich da auch nie gesehen. Nur krawallige Ansagen.

Also wie ein TV-Dembo?

Wenn Sie meinen.

Zurück zu The Ous. Er ist suspendiert. Wissen Sie, wo Dembele sich aktuell aufhält?

Ousmane Dembele ist kein Gefangener der RAF. Er wird schon wieder auftauchen. Dass sich Bosz Sorgen macht, ist auch nur Show. Dembele ist nichts passiert. Das zählt. Nur so viel: Hagenberg-Scholz hat nicht Dembele direkt filmen können, aber seine Aufnahmen werden Barcelona in den Abgrund stürzen. Wichtig wird es jetzt sein, Ruhe zu bewahren.

Ruhe ist ein gutes Stichwort. Ruhig wird es bald auch um die deutsche Ultra-Bewegung. Das fordert zumindest Martin Kind im Rahmen einer kontroversen Bild-Artikelserie zum Thema Gewalt im Fußball.

Das ist aktuell auch wirklich das größte Problem im Fußball. Treten wir doch auf die Leute ein, die sich ohnehin schon verarscht fühlen. Provozieren wir sie mit unseren Aussagen, auf dass sie final durchdrehen.

 

Aber die Ultras treten doch auf alle ein, bewerfen sie mit Mülleimern, Bengalos, Bierbechern und Brechstangen. Die Ultras tragen Sturmhauben und Quarzsandhandschuhe, mit bengalischen Zylinderflammen töten sie handelsübliche Schaufensterpuppen. Das stinkt auch bestialisch, wenngleich es stimmungsvoll aussieht. Denken Sie auch an die Kinder! Fünf Sekunden und das Kind steht in Flammen.

Sie haben Ihren Kerner nicht nur geschaut, sondern auswendig gelernt. Das freut Reichelt, das freut Kind, aber nicht das Kind, und das freut den DFB. Es ist eine furchtbare Kampagne. Die Bild gießt mit Kampfhubschraubern Öl über die Stadien der Liga und wartet dann auf den Funken, der alles entzündet. Mit ihren High-Res-Drohnen fliegen sie nah an die Gesichter der Fans und veröffentlichen Fahndungsfotos. Am Ende haben sie natürlich nichts getan, sondern immer nur auf den Brandherd hingewiesen. Dass sie das Feuer gestartet haben, das interessiert dann nicht mehr.

China, Red Bull, 50+1, die konstante Entfremdung, das Saisonfinale mit Fischer, Feuer und Anastacia, die Transfers, die nicht mehr greifbar sind, das interessiert doch alles nicht mehr. Das ist jetzt entweder alles Fakt oder Geschichte.

Schauen wir doch nur auf die Entfremdung.

Machen Sie mal, Dietfried. Das interessiert wirklich sehr.

Wollen Sie mich eigentlich verarschen?

Nein. Legen Sie los.

Ich mach es kurz. Ich habe das alles oben aufgezählt. Der Fan soll sein Bier an der Bude trinken können. Er muss im Stadion laut sein dürfen, er muss im Stadion feindselig sein, und er wird sich schon zu benehmen wissen. Klar. Unter den Fans sind ein Haufen Spinner, aber die sitzen auch bei Schill rum und die leben das sonst woanders aus.

Es sind Jugendliche. Sie gefährden das Leben anderer. Sie sind Terroristen und haben das Spiel in Geiselhaft genommen.

DID ist nicht mehr mein DID. Die Stadien werden brennen, und die Stadien werden gesperrt werden und es wird zu Verurteilungen kommen. Endlich mal ein Exempel statuieren, und es sind Typen wie Sie, die das befeuern, die die Jungs stigmatisieren, in die Ecke treiben. Die sich aber überhaupt um nix scheren. Eine gute Schlagzeile, ein martialisches Bild. Die Angst in den Augen von Justin Hagenberg-Scholz. Das ist Ihr Geschäft.

Haben Sie nicht Justin Hagenberg-Scholz mit Vorliebe aus dem Soldiner Eck geprügelt?

Ja. Weil der Typ den Fußball vermessen wollte. Weil er den Zufall eliminieren wollte. Weil er das Spielfeld in immer kleinere Felder unterteilen wollte. Und all das zu diesem sauberen Fußball führen wird, der dem Spiel die Luft nehmen wird. Es geht nur noch um Perfektion. Aber ich hasse Perfektion. Ich will keinen perfekten Song, ich will nicht einmal einen perfekten Tag. Und deshalb will ich keinen perfekten Fußball. Was habe ich davon? Ich will Brüche, ich will auch einmal ein Verlierer sein. Ich will Bier trinken, rumprollen und mich über die Dilettanten auf dem Platz aufregen. Ich will mir das nicht verbieten lassen.

Was Sie alles wollen. Wir beenden das hier.

Die Runde mit der Gang ist auch geschafft. Ich fahr jetzt zu Schill. Erst die Igels auf der Open Stage, un dann Krisenmeeting! Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren. Niemals!

Ein schönes Schlusswort.

Stammt auch von mir.

wissen sie wo dembele ist, herr dembowski?

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