Miriam Wu trank einen Karottensaft. Sie mochte ihn, schon allein wegen der Farbe Orange. Die erinnerte sie an ihre liebste Farbrevolution. Damals war es ihr leichter gefallen, die Welt in Gut und Böse einzuteilen. Im Laufe der Jahre war es ihr immer weniger gelungen. Alles hing mit allem zusammen, hatte Dietfried ihr erklärt. Das machte ihr Angst.

Alexander Gauland erinnerte sich an die Großtaten der Wehrmacht. Die Menge grölte.

Miriam Wu trank einen Karottensaft. Vor ihr ein Berg Zeitungen. Die Kölner Fans hatten die deutsche Fankultur nach England getragen. Die Dortmunder haderten mit dem Schiedsrichter. In München atmete man durch. Hamburg verpflichtete Salihovic. Hannover lud Robbie Williams ein. Niemals blätterte Miriam Wu über den Sportteil hinaus. Zumindest nicht am Vormittag.

Die Armeen von Russland und Weißrussland begannen Sapad 2017. Ein Großmanöver „streng defensiver Natur.“

Hauke Schill trug seinen HSV-Joe-Bademantel. Er rollte einige Fässer Schulle in Richtung Lager. Sie hatten die Preise wieder erhöht. Langsam wurde es eng. Er dachte: „Diese Geier!“. Sechs Prozent. Die höchste Bierpreiserhöhung der letzten Jahre. Nur noch Butter war teurer. Immerhin blieben die Preise für den Eurosportplayer konstant. Die Hamburger Bestrebungen waren längst in mediale Vergessenheit geraten. Heute würden sie die Tabellenspitze erobern, und er danach mit Zinnbauer telefonieren. Das war Tradition. Schill war sehr traditionsbewusst.

In einer Londoner U-Bahn detonierte ein Sprengsatz.

Pestol hielt einen eng beschriebenen Zettel in der Hand. Wie konnte Dembowskis Worten mehr als nur Andeutungen entnehmen? Der Auftritt in London hatte das alles unterstriche. Dem Ballspielverein mangelte es spätestens seit dem Abgang von Mats Hummels an Persönlichkeiten. Der Ballspielverein war im Jahre 2017 ein ausschließlich kapitalistisches Unternehmen.

Innerhalb weniger Stunden verstarben Guido Lucas und Grant Hart.

Pestol blickte auf den Zettel. Da konnte Aki noch so viel menscheln. Im Hintergrund kalkulierte Cramer die Zukunft. Wenn Watzke auch noch die Stimme des Vereins war, so war der kahlköpfige Internationalisierer längst der Kopf. Auf dem Platz waren die Protagonisten entweder überzeichnete Heimatliebhaber wie Nuri Sahin oder wandelende Karrierepläne wie Christian Pulisic, der den US-amerikanischen Fußball zu Weltruhm führen sollte. Ein Großteil agierte weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze, war austauschbar. Ob Toljan das Trikot der Hoffenheimer oder das Trikot der Dortmunder trug, das machte keinen Unterschied mehr.

Im südschwedischen Sandhammaren verließen die ersten Kraniche Skandinavien.

Justin Hagenberg-Scholz las seit einer Stunde immer wieder die drei Sätze, die ihm alles bedeuteten.

Justin Hagenberg-Scholz is a sports writer from Berlin. He holds a doctorare in biology, and spends his nights studying the works of Brentford president Matthew Benham, hoping to find the model to explain football. He is a frequent guest in Bundesliga stadiums, and in recent years has also been attached to the drone scene.

In der Nähe von Lebus wurde ein freilaufender Wisent von einem Jäger erschossen. Im gesamten Landkreis Märkisch-Oderland hatte sich kein Tierarzt mit einem Betäubungsmittel gefunden.

Koi tauchte an den Rändern seines Anwesens. Seine Welt war ein zum See angewachsener Teich auf einer Lamafarm im Oderbruch.

Miriam Wu trank einen Karottensaft. Sie empfing eine Mail.

Und es mag am deutschen Fanwesen einmal noch die Welt genesen.

Miriam Wu löschte die Mail.

Die Spielstätten der noch zu vergebenden Fußball-Europameisterschaft 2024 sind: Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Köln, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt.

Reinhard Dieter Grindel äußerte sich nicht zum Mitbewerber Türkei.

Kois Welt war ein See im Oderbruch.

Dortmund schnitt im DFB POWER RANKING schlecht ab.

 

das deutsche fanwesen

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