wieso wird der bvb meister, justin kraft?

Der Ballspielverein schlägt Gladbach mit 6:1 Toren. Es ist das Spiel des Jahres, die Meisterschaft nur noch eine Frage der Zeit. Der Zauber der neuen Borussia sorgt für Angst und Schrecken in der Liga.

Die Schalker, ewiger abgestürzter Meisterkandidat.

Die Gladbacher ohnehin.

Nur einer nicht: Der Experte!

 

Die DID-Blitzanalyse von Starautor Justin Kraft

Dortmund gewann deutlich mit 6:1. Die Analyse in 3 Dingen, die auffielen.

1. Justin ist genervt

Justin hat die Schnauze voll. Von Ancelotti als Trainer, von der Einstellung der Bayern-Spieler, aber noch mehr davon, dass der BVB derzeit einen Hunger präsentiert, der den Bayern fehlt.

2. Gladbach ohne Schweizer wie ein Schweizer Käse

Zwar fehlt der Schweizer Sommer den Gladbachern, aber die Abwehr präsentierte sich wie ein Schweizer Käse: Löchrig. Heiß wie der Sommer schienen die Spieler nicht gewesen zu sein. So bleibt es bei einer enttäuschenden Leistung der Gladbacher.

3. Respekt

Dortmund macht das derzeit sehr gut. Dreiecke, gute Laufwege in die Tiefe und ein sehr ordentliches Aufbauspiel. Die Balance passt und die Qualität in der Breite ist vorne enorm. Respekt dafür, wenngleich die Defensive wieder klare Schwachstellen offenbarte. Die Arbeit gegen den Ball könnte der Knackpunkt im Kampf um einen möglichen Titel sein.

das deutsche fanwesen

Miriam Wu trank einen Karottensaft. Sie mochte ihn, schon allein wegen der Farbe Orange. Die erinnerte sie an ihre liebste Farbrevolution. Damals war es ihr leichter gefallen, die Welt in Gut und Böse einzuteilen. Im Laufe der Jahre war es ihr immer weniger gelungen. Alles hing mit allem zusammen, hatte Dietfried ihr erklärt. Das machte ihr Angst.

Alexander Gauland erinnerte sich an die Großtaten der Wehrmacht. Die Menge grölte.

Miriam Wu trank einen Karottensaft. Vor ihr ein Berg Zeitungen. Die Kölner Fans hatten die deutsche Fankultur nach England getragen. Die Dortmunder haderten mit dem Schiedsrichter. In München atmete man durch. Hamburg verpflichtete Salihovic. Hannover lud Robbie Williams ein. Niemals blätterte Miriam Wu über den Sportteil hinaus. Zumindest nicht am Vormittag.

Die Armeen von Russland und Weißrussland begannen Sapad 2017. Ein Großmanöver „streng defensiver Natur.“

Hauke Schill trug seinen HSV-Joe-Bademantel. Er rollte einige Fässer Schulle in Richtung Lager. Sie hatten die Preise wieder erhöht. Langsam wurde es eng. Er dachte: „Diese Geier!“. Sechs Prozent. Die höchste Bierpreiserhöhung der letzten Jahre. Nur noch Butter war teurer. Immerhin blieben die Preise für den Eurosportplayer konstant. Die Hamburger Bestrebungen waren längst in mediale Vergessenheit geraten. Heute würden sie die Tabellenspitze erobern, und er danach mit Zinnbauer telefonieren. Das war Tradition. Schill war sehr traditionsbewusst.

In einer Londoner U-Bahn detonierte ein Sprengsatz.

Pestol hielt einen eng beschriebenen Zettel in der Hand. Wie konnte Dembowskis Worten mehr als nur Andeutungen entnehmen? Der Auftritt in London hatte das alles unterstriche. Dem Ballspielverein mangelte es spätestens seit dem Abgang von Mats Hummels an Persönlichkeiten. Der Ballspielverein war im Jahre 2017 ein ausschließlich kapitalistisches Unternehmen.

Innerhalb weniger Stunden verstarben Guido Lucas und Grant Hart.

Pestol blickte auf den Zettel. Da konnte Aki noch so viel menscheln. Im Hintergrund kalkulierte Cramer die Zukunft. Wenn Watzke auch noch die Stimme des Vereins war, so war der kahlköpfige Internationalisierer längst der Kopf. Auf dem Platz waren die Protagonisten entweder überzeichnete Heimatliebhaber wie Nuri Sahin oder wandelende Karrierepläne wie Christian Pulisic, der den US-amerikanischen Fußball zu Weltruhm führen sollte. Ein Großteil agierte weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze, war austauschbar. Ob Toljan das Trikot der Hoffenheimer oder das Trikot der Dortmunder trug, das machte keinen Unterschied mehr.

Im südschwedischen Sandhammaren verließen die ersten Kraniche Skandinavien.

Justin Hagenberg-Scholz las seit einer Stunde immer wieder die drei Sätze, die ihm alles bedeuteten.

Justin Hagenberg-Scholz is a sports writer from Berlin. He holds a doctorare in biology, and spends his nights studying the works of Brentford president Matthew Benham, hoping to find the model to explain football. He is a frequent guest in Bundesliga stadiums, and in recent years has also been attached to the drone scene.

In der Nähe von Lebus wurde ein freilaufender Wisent von einem Jäger erschossen. Im gesamten Landkreis Märkisch-Oderland hatte sich kein Tierarzt mit einem Betäubungsmittel gefunden.

Koi tauchte an den Rändern seines Anwesens. Seine Welt war ein zum See angewachsener Teich auf einer Lamafarm im Oderbruch.

Miriam Wu trank einen Karottensaft. Sie empfing eine Mail.

Und es mag am deutschen Fanwesen einmal noch die Welt genesen.

Miriam Wu löschte die Mail.

Die Spielstätten der noch zu vergebenden Fußball-Europameisterschaft 2024 sind: Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Köln, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt.

Reinhard Dieter Grindel äußerte sich nicht zum Mitbewerber Türkei.

Kois Welt war ein See im Oderbruch.

Dortmund schnitt im DFB POWER RANKING schlecht ab.

 

everyone’s gone to the moon

Miriam Wu trank einen Ingwertee. Sie blätterte gelangweilt durch den Stapel Zeitungen. Seit Tagen dominierten die Bayern die Titelseiten. Ein Interview und eine Niederlage in Hoffenheim hatten sie in eine tiefe Identitätskrise gestürzt, vergleichbar nur mit dem Identitätsraub Heidels in Gelsenkirchen. Ausgewiesene Experten vertraten unterschiedliche Meinungen.

Eins war klar: So konnte es mit den Bayern nicht weitergehen. Zum Glück stand mit Julian Nagelsmann der Retter bereits bettelnd vor der Tür. Sie mussten ihn nur noch rein- und Carlo Ancelotti irgendwie unbemerkt rauslassen. Uli und Kalle, da war sich Wu sicher, würden das schon wuppen, wenn sie sich erst einmal geeinigt hatte. Mit Brazzo hatten sie einen guten Sportdirektor installiert. Wu war von ihm begeistert. Er strahlte eine „certain freshness“ aus, und konnte gut mit der Faust auf den Tisch hauen. Wu beschloss, Brazzo eine Axt zu schicken. Dann blätterte sie weiter.

Hauke Schill las im Internet. Dort bosste der Hamburger SV das Geschehen und trieb Eurosport, den neuen Player auf dem Bundesligarechtemarkt, in Versalien vor sich her. Es war ein Schauspiel. Sogar von einem Freispiel war die Rede. Er malte sich aus, wie das so sein würde. Der HSV im Free-TV. Er würde eine Runde Schulle aufs Haus spendieren, ja vielleicht sogar seine Astra-Vorräte anbrechen.

Pestol saß mit Wu am Tisch direkt neben der Jukebox. Er hielt einen eng beschriebenen Zettel in der Hand. Noch einmal ging er Dembowskis letzte Worte durch. Der Ermittler hatte die Borussia gesucht, war mit dem Kopf in den Aschenbecher gefallen, und seither nicht mehr aufgetaucht. Wo war Dietfried? Und konnten ihm seine Worte etwas sagen?

Hagenberg-Scholz ging die Retouren durch. Er würde später hoch zu Schill, hoch ins Soldiner Eck, weg von der Eberswalder Straße. Ihm hing der Späti zum Hals raus, doch nachdem sich die Scholl-Nachfolge zerschlagen hatte, blieb ihm keine Wahl. Er musste hier für das Auskommen seiner Familie sorgen. Manchmal erinnerte er sich an seine Tage im Institut. Und daran, wie erst RaRa und dann sein altes Leben verschwand. Er war nicht unglücklich. Sogar Berenice hatte sich wieder gefangen. Gemeinsam waren sie stark, und würden es immer sein. Das hatten sie sich an dem Tag, an dem aus Justin Scholz Justin Hagenberg-Scholz wurde, geschworen.

Einmal hatte er bei einem BVB-Podcast angerufen. Es ging um Sahin und Julian Weigl, dem ehemaligen Jungstar, der seine Zukunft bereits hinter sich hatte. Das sagten alle Modelle voraus. Die Reaktionen auf seinen Anruf waren überwältigend. Sogar am Späti hatte ihn ein Kunde darauf angesprochen. Hagenberg-Scholz hatte dem Kunden ein Club Mate spendiert, und war selbst rüber zum neuen Kaffeeladen auf der Eberswalder. Das war ein Feiertag. Irgendwann würde er der Nachfolger des Scholl-Nachfolgers werden, er musste nur seinen Namen weiter streuen. Das hatte bereits bei Escher funktioniert, dessen Analysen er weiterhin nicht so sehr schätzte, den er aber ob seiner Omnipräsenz bewunderte. Hagenberg-Scholz wusste mehr. Bald schon würde er die Gelegenheit dazu haben.

Durch Dembowskis plötzliches Verschwinden würden sich neue Möglichkeiten ergeben. Die MiaSanRot-Geschichte, das musste er sich eingestehen, war eine reine Luftnummer. Sein Namensvetter Justin hatte ihm dort übel mitgespielt, seine Rückkehr zum DID könnte zu einem Triumphzug werden.

Hagenberg-Scholz ging noch einmal die Retouren durch. Von sämtlichen Titelbildern lachte ihn Lindner an. Ganz langsam zerriss er sie. Am Tresen warteten die Leute andächtig.

Genevieve Heistek blickte noch einmal auf das Cover der Oktober-Ausgabe. Sie hatten Dembowski aufs Titelbild gehievt. Der Ermittler steht an der Baude, hinter ihm rauschen unscharf die Autos über die vom Neonlicht ausgeleuchtete Badstraße. Er trägt eine abgewetzte Lederjacke, in seiner Hand ein Schulle, sein Blick in eine ungewisse Zukunft gerichtet. Es war das letzte Foto, das in ihren Archiven von Dembowski existierte.

Koi wartete auf den Winter, Dörte auch.

Wu erhielt eine Nachricht.

Robert Lewandowski, 314 Tore in 498 Pflichtspielen für Verein und Land, Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, hat ein Problem: Akzeptanz!

Außerhalb der Grenzen seines Heimatlandes ist der Jahrhundertstürmer Robert Lewandowski (bald 30) nicht mehr als ein Jahrhundertstürmer ohne Profil. Er ist der große Verlierer im Milliardenspiel Fußball.

Der Fehler: Lewandowski hat auf die Bundesliga gesetzt.

Lewandowski verrichtet seinen Dienst. Er schießt Tore. Er jubelt, wenn er jubeln muss. Und er postet Bilder auf Instagram, wenn er Bilder auf Instagram posten muss. Er hat Frau und Kind. Er hat kein Glamour. Er ist nicht angreifbar, und er ist nicht nahbar.

Mit Polen wird er nie einen großen Titel gewinnen. Mit Borussia Dortmund konnte er die Champions League nicht gewinnen. Mit Bayern München wird er nie die Champions League gewinnen. Nicht mit Carlo Ancelotti. Nicht in diesem rückwärtsgewandten Verein, der aus seiner Vergangenheit Rückschlüsse auf die Zukunft zieht.

Diese Mentalität zerfrisst den Verein. Einen anderen Verein gibt es in Deutschland nicht.

Bayerns langsames Verschwinden aus der europäischen Spitze ist gleichbedeutend mit dem Ende der großen Bundesliga-Zeit. Die deutsche Liga hat im Erfolg 2013 ihre größten Fehler gemacht. Schon damals gab es kein „Weiter so!“. Sie hätte sich öffnen müssen. Nach ihren Regeln.

Jetzt werden sie von Red Bull, Katar, Rakuten und Leuten wie Mansour bin Zayed Al Nahyan diktiert. Jetzt wird sie von Grabenkämpfen erschüttert. Die Bundesliga hat zu lange reagiert und nicht agiert. Sie hat Fans und Investoren gleichermaßen verprellt.

Der Internationalisierungsprozess der Bundesliga ist zum Scheitern verurteilt. Das beweist Robert Lewandowski.

Wu löschte die Nachricht.

Sie erzählte niemanden davon

Hauke Schill legte Nina Simone auf.

Pestol machte sich Sorgen um Dembowski.

Hagenberg-Scholz freute sich auf die Champions League.

In einer Pfütze vor dem Soldiner Eck lag ein Eva Högl-Wahlplakat.

Eine Air Berlin landete in Tegel.

Koi wartete auf den Winter.