borussia, borussia, wo bist du?

Miriam Wu verschwand gerade unter einem Berg Zeitungen, als Hauke Schill mit einer neuen Runde Schulle aus dem dem Soldiner Eck direkt auf die Soldiner Straße fiel. „Für mich nur KiBa“, warf Justin Hagenberg-Scholz ein. Schill ertrug den Drohnenexperten schon lange nicht mehr. Er pfefferte ihm das Schulle auf den Tisch, nur um seinen Blick interessiert auf Wu zu richten.

„Hast Du es gefunden?“

„Niemand hat darüber berichtet. Das ist gut.“

Wu konnte den Saisonstart nicht erwarten. Erst vor wenigen Tagen war sie von einer weiteren Reise zurückkomme. Erst mit Cortius nach China, und tags drauf direkt weiter zum Doha Airport. Der Zeitpunkt war ideal. In Deutschland herrschte große Transferpanik, und so konnte erst der DFB seine Partnerschaft mit der chinesischen Auswahlmannschaft und dann Bayern seinen Deal mit dem Hamad International Airport besiegeln.

„Hat funktioniert. Pokal. Ihr fliegt raus.“

Schill lachte.

„Das ist so einfach. Und Kühne liefert auch solide ab. Lasogga, die Lusche. Endlich sagt es mal einer! Den Typen kann man sich nicht ausdenken. Wir bleiben trotzdem drin.“

„Natürlich hat Hamburg mit seinen vertikal attackierenden Außen und seiner Umschaltspielhoheit und Pressingpermanenz überhaupt keine Probleme, in dieser fürwahr sehr schwachen Liga zu bestehen. Alle Modelle sind sich da einig. Darum geht es aber auch nicht. Für mich sind die Hooligan-Ultras das Problem. Die machen unseren Sport kaputt“, warf Hagenberg-Scholz ein. Ihn hatten die Bilder aus Rostock erschüttert, und natürlich hatte er es kommen sehen. Den ganzen Sommer über hatte er die Hooligan- und Ultra-Szene in den sozialen Netzwerken verfolgt, war durch die Foren gestreift, in denen er mit rührenden Geschichten über seine Zeit als Hertha-Frosch um Vertrauen geworben hatte.

„Die Ultras sind das Problem. Sie verhindern die Vermessung des Spiels.“

Er erntete Zustimmung. Anerkennung war weiter seine Triebfeder. Wu dachte, was für ein Narr Hagenberg-Scholz doch sei und freute sich. Die Kampagne hatte eingeschlagen und Typen wie ihn nachhaltig verunsichert. In Stufe 2 würde der Verband nun auf die Fans zugehen. Ein ernsthaftes Interesse an echten Verhandlungen bestand nicht, doch immerhin war es dem Verband gelungen, den Liga-Auftakt zu retten.

Das war die große Sorge gewesen. Aber während Wu die großen Verträge in den neuen Fußball-Geldgeberstaaten besiegelt hatte, diskutierte das Land erregt über die Kampagne der Bild-Zeitung, über die großen Ablösesummen, die moralischen Aspekte des Dembele-Streiks und über die neuen Wege, die Liga auch in den heimischen vier Wänden zu empfangen.

„Ganz ehrlich“, sagte Wu, die sich jetzt mit einem neuen Schulle vertraut machte, „die Fans brauchen wir in ein paar Jahren nicht mehr. Das, was wir jetzt als Fankultur bezeichnen und was von einigen wenigen Journalisten auch heute noch verteidigt wird, lösen wir ab durch eine neue Familienkultur. Fan sein? Gerne! Aber nur nach unseren Regeln.“

Hagenberg-Scholz hörte das gerne, Bruno Pestol nicht so sehr. Er liebte den Fußball, den er kennengelernt hatte. Er bezeichnete sich als Schlachtenbummler, obwohl er außerhalb des Internets schon lange keine Schlachten mehr geschlagen hatte, genaugenommen: Noch nie. Aber er liebte das Treiben an Spieltagen, er liebt es, den Gegner und wenn es sein musste auch die eigenen Spieler zu beleidigen. Hauptsache es konnte aus ihm strömen. Ihm waren die taktischen Erkenntnisse herzlich egal. Klar, er hatte dazu eine Meinung, aber das war die Natur des Biests.

Wenn er keine Meinung hatte, bekam er Angst und wenn er Angst bekam, musste er noch mehr trinken und wenn er noch mehr trinken musste, wurde er ausfällig und wenn er ausfällig wurde, verließen ihn seine Freunde, denn so war er in den letzten Jahren von Kneipe zu Kneipe gezogen und wenn er keine Freunde mehr hatte, würde er sich, das wusste er, schon bald Schaden zufügen und wenn er das tat, bestand die Chance, dass er nicht mehr existierte. Das wollte er mit aller Macht verhindern.

„Ich mag das bunte Treiben im Stadion“, sagte Pestol. „Ich mag, wenn es laut wird.“

„Aber Du kannst doch nicht einen anderen Menschen beleidigen. Er hat Dir nichts getan. Im Stadion muss es fair bleiben.“

„Justin. Was erzählst Du da?“

„Ich schäme mich für meine Mitmenschen. Das ist alles. Ich schätze eine gepflegte Debatte über das unendliche Potential des zukünftigen Weltfußballers Jhon Cordoba. Ohnehin: Der Effzeh wirtschaftet unter Schmadtke vorzüglich. Neben Schalke 04, die Tedesco einen Trainer mit einer großen Zukunft verpflichtet haben, …“


Pestol hörte nicht mehr hin. Er hörte nie hin, und jetzt gerade schrie Dembowski über „A Bad Moon Rising“ nach einem neuen Schulle.

Der Ermittler hatte die Hütte seit Tagen nicht mehr verlassen, sich dazu seit gut 12 Stunden nicht von seinem Platz bewegt. Er wollte die letzten Monate auf dieser Erde betrunken sein. Dembowski war sich sicher, dass alles ein Ende finden würde. Der irre Twitterer aus den Vereinigten Staaten und sein Gegenspieler. Die Terroristen und die Nazis. Dabei wollte er nur Musik hören und Fußball schauen. Diese Typen aber wollten die Welt zerstören, sie waren ihm noch unsympathischer als die, die mit ihrer Gier den Fußball ausbeuteten. Im Grunde waren ihm diese Typen egal, aber es war gut, etwas zu haben, gegen das man sein konnte.

Jetzt aber war ihm nach Schulle, und der verdammte Schill nicht da.

„Schulle, Schill!“

„Im Keller!“

„Schulle, Schill!“

Schill ignorierte ihn. Pestol kam. Drückte eine neue Runde CCR-Klassiker. Darauf konnten sie sich immer einigen.

„Long as I remember the rain been coming down. Clouds of mystery pouring confusion on the ground. Good men through the ages, trying to find the sun. And I wonder, still I wonder, who’ll stop the rain.”

Dembowski kramte in seiner Tasche. Ein paar Kippen fielen heraus, ein Feuerzeug, ein Schlüsselbund. Und ein kleines Stück Papier. Eng beschrieben. „Schau Dir das mal an, Pestol. Ein Entwurf.“

„Borussia, Borussia, wo bist Du?“ Die Fans der Borussia aus Dortmund erkennen ihren eigenen Verein nicht wieder. Sie sind aus dem Rausch der ewigen Liebe aufgewacht. Auf einem ungemähten Rasen voller zerrissener Unterhosen. Der Saure Regen des Geldes zerfrisst die letzten Überlebenden der großen Klopp-Jahre.

Die lähmende Verklärung der Meisterjahre verhindert einen Neuanfang.

Der Verein streckt sich nach der kontinentalen Spitze. Er kauft junge Talente, veredelt sie mit seinem Namen und reicht sie weiter. Immer mit Gewinn. Mikel Merino ist nun ein Magpie, Emre Mor nicht mehr als ein geduldeter Trainingsgast, Ousmane Dembele verschollen.

Jeder Spieler erzählt seine eigene Geschichte, aber gemeinsam singen sie das Lied vom Ende der Echten Liebe. Im Jahre 2017 sind die Schwarzgelben nur noch eine lose Zusammenkunft von Spielern, Funktionären und Fans unter dem Dach der Marke Borussia Dortmund. Sie alle verfolgen eigene Interessen.

Der Sprint in die Spitze Europas hat den Verein für immer verändert. „Borussia, Borussia, wo bist Du?“, fragen sich die Fans und wir können nur auf die blauen Wellen des Meeres zeigen.

Der Ballspielverein Borussia aus Dortmund von 1909 ist nicht mehr.“

„Das ist schon ein wenig fatalistisch“, sagte Pestol. Er reichte Dembowski sein Schulle. Doch der lag mit dem Kopf im Aschenbecher.

Die Saison konnte beginnen.

in eigener sache: are you ready for did?

ARE YOU READY FOR DID?

11 Freunde ab sofort offizieller DID PARTNER

Das Magazin für Fußballkultur wird neuer Exklusiv-Partner von DID und erhält damit das exklusive Veröffentlichungsrecht für alle DID POWER RANKINGS der kommenden Spielzeit. Die von der Bornholmer Hütte vermittelte Partnerschaft beinhaltet außerdem eine umfassende, wöchentlich auf 1.500 Zeichen begrenzte Berichterstattung über die Highlights der BIG FIVE – La Liga, Premier League, Serie A, Ligue 1 und Bundesliga sowie die Abdruckrechte des zur Saison 2017/18 bereits angedachten DID PLAYER RANKINGS.

Das DID POWER RANKING erscheint Dienstags.

Dietfried Dembowski, DID POWER RANKING Erfinder, freut sich über die anstehende Zusammenarbeit: „11 Freunde ist schon lange mit dem Fußball verbunden. Der DID auch. Es freut uns besonders, dass der Fußball ab sofort auch für die 11 Freunde-Leser vergleichbar wird. In Krisenzeiten suchen die Menschen Halt. Den kann das DID POWER RANKING vermitteln.“

“Das DID Power Ranking ist inhaltlich nicht für jedermann auf den ersten Blick verständlich, setzt bewusst auf die optische Komponente und den Überraschungseffekt“, so 11Freunde-Online-Chef Ilja Behnisch. „Einen besseren Partner für die Einordnung gesamteuropäischer Zusammenhänge im Fußball kann sich 11freunde.de gar nicht wünschen. Oder leisten.“

fischerAppelt-Chefredakteur und Branchenkenner Dirk Benninghoff sagt: „Das DID POWER RANKING überzeugt durch Innovation. Es ist ein europäischer Leitindex.“

Klaas Reese, 11Freunde-GIF-Wizard, jubelt: „Das DID POWER RANKING ist die einzig wahre Tabelle – und das ganz ohne Fehlentscheidungen. Wer Tabellen mag, wird das DID POWER RANKING lieben!“

Auch die Konkurrenz ist begeistert. „Das DID POWER RANKING ist für jeden Sportjournalisten längst unverzichtbar. Es zeigt klare Kante und ist ein Klartext-Tool für jeden, der in Analysen alles raushauen will“, sagt SID-Ikone Thomas Nowag. Er spricht einen Lesebefehl aus.

Im europäischen Fußballgeschäft ist das DID POWER RANKING längst zu einem unverzichtbaren Wegweiser geworden. “Es ist absolut lebensnotwendig“, sagt Jonathan Johnson, PSG-Experte bei ESPN FC. „Das DID POWER RANKING bietet den fairsten und detailliertesten Vergleich der europäischen Elite. Solange der DID nicht berichtet, entspricht es nicht der Wahrheit.“

Ross Dunbar, Football Entrepreneur vom alten Schlag, fasst sich kürzer: „Das DID POWER RANKING ist der unangefochtene Branchenführer unter den Fußball-Rankings.“

Begleiten Sie das DID POWER RANKING auf der Reise durch die Saison 2017/2018 und lassen Sie sich von den verrückten Wendungen des Spiels und den charmanten Entwicklungen auf und neben dem Platz verzaubern.

Denn: DID ist Fußball!

 

Das DID POWER RANKING macht Fußball vergleichbar. Auf nur einer DIN-A4-Seite verbindet es auf unnachahmliche Art und Weise Tradition und Moderne. Es ist der wichtigste Indikator für die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Top5-Ligen Europas. Top oder Flop? Die Wahrheit steht auf diesem Papier! Jetzt mit verbesserter Rezeptur!

wissen sie wo dembele ist, herr dembowski?

Hallo Herr Dembowski! Wo erreichen wir Sie heute?

Hatzfeldallee 29. Walking mit den lieben Damen und Herren aus der Buddestraße. Ich mag Menschen. Und ich mag es, wenn die sich bewegen. Hier am VfL-Sportplatz haben wir ideale Bedingungen. Später den Nordgraben entlang zurück zu Schill. Krisenmeeting mit Hagenberg-Scholz.

Worum geht es da?

Das können Sie sich doch denken. Justin war gottseidank die letzten Tage unterwegs. Er hat da ein paar interessante Aufnahmen gemacht. Die könnten die UEFA interessieren. Mehr darf ich da aber noch nicht verraten.

Ziehen wir es anders auf: Neymar geht für 220.000.000€ von Barcelona zu Paris…

Und will den Ballspielverein nun in die Enge treiben, um Ousmane Dembele freizupressen. Doch der BVB lehnt ein Angebot ab. Davor verschließt der Spieler nicht nur symbolisch seine Augen und verschwindet. Er will unbedingt wechseln und kann nicht verstehen, dass dafür bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssen. Ousmane Dembele ist ein junger Spieler, er will zu seinem Traumverein, doch der lässt ihn vorerst im Regen stehen. Verdreht ihm den Kopf, und bietet unter Wert.

Wieviel ist Dembele denn wert, Herr Dembowski?

Das kann ich doch nicht sagen. Die Preise auf dem Markt explodieren. Wer heute noch 100 Millionen wert ist, kann morgen bereits 150 Millionen und übermorgen dann 200 Millionen wert sein. Die Finanzspritze aus Katar macht es möglich. Das wird jetzt noch eine Weile so weitergehen. Am Ende des Transferfensters schauen wir einmal auf die Pyramide und machen weiter.

Eine herrliche Situation für den Weltfußball. Jeden Tag gibt es Sondersendungen, Breaking News, Plus-Geschichten, exklusive Infos, wilde Spekulationen. Das alles sollte man nicht unterschätzen.

Der Fußball muss sich gegen „Trump versus Kim Jong-un“ behaupten. Bei dieser Show steht die Zukunft der Welt auf dem Spiel. Da darf der Fußball nicht hintenanstehen, er muss Geschichten provozieren, wie wir sie noch nie gesehen haben. Zugegeben: Die Drehbuschreiber sind etwas unter Druck. Es muss alles schnell gehen.

Für genau diese Art Wegwerferregung lieben wir den Sport. Er lenkt uns ab. Im besten Fall sehen wir nichts anderes mehr. Dembele triggert nun wirklich wieder alle. Sogar Rot-Weiß Oberhausen hat sich auf Twitter geäußert, Tennis Borussia geantwortet. Die Rentnergang und ich liegen auf dem Boden lachend. Herrlich diese Kreativität.

Micky Beisenherz hat sich noch nicht geäußert, er muss immer noch den Scholl-Schock verdauen. Das vergisst man heute schnell. Die TV-Berichterstattung hat, ich zitiere, „einen Typ mit Ecken und Kanten“ verloren. Klar. Still lovin‘ Mehmet Scholl, aber meine Erinnerung an seine Zeit als Spieler genügt mir. Ecken und Kanten habe ich da auch nie gesehen. Nur krawallige Ansagen.

Also wie ein TV-Dembo?

Wenn Sie meinen.

Zurück zu The Ous. Er ist suspendiert. Wissen Sie, wo Dembele sich aktuell aufhält?

Ousmane Dembele ist kein Gefangener der RAF. Er wird schon wieder auftauchen. Dass sich Bosz Sorgen macht, ist auch nur Show. Dembele ist nichts passiert. Das zählt. Nur so viel: Hagenberg-Scholz hat nicht Dembele direkt filmen können, aber seine Aufnahmen werden Barcelona in den Abgrund stürzen. Wichtig wird es jetzt sein, Ruhe zu bewahren.

Ruhe ist ein gutes Stichwort. Ruhig wird es bald auch um die deutsche Ultra-Bewegung. Das fordert zumindest Martin Kind im Rahmen einer kontroversen Bild-Artikelserie zum Thema Gewalt im Fußball.

Das ist aktuell auch wirklich das größte Problem im Fußball. Treten wir doch auf die Leute ein, die sich ohnehin schon verarscht fühlen. Provozieren wir sie mit unseren Aussagen, auf dass sie final durchdrehen.

 

Aber die Ultras treten doch auf alle ein, bewerfen sie mit Mülleimern, Bengalos, Bierbechern und Brechstangen. Die Ultras tragen Sturmhauben und Quarzsandhandschuhe, mit bengalischen Zylinderflammen töten sie handelsübliche Schaufensterpuppen. Das stinkt auch bestialisch, wenngleich es stimmungsvoll aussieht. Denken Sie auch an die Kinder! Fünf Sekunden und das Kind steht in Flammen.

Sie haben Ihren Kerner nicht nur geschaut, sondern auswendig gelernt. Das freut Reichelt, das freut Kind, aber nicht das Kind, und das freut den DFB. Es ist eine furchtbare Kampagne. Die Bild gießt mit Kampfhubschraubern Öl über die Stadien der Liga und wartet dann auf den Funken, der alles entzündet. Mit ihren High-Res-Drohnen fliegen sie nah an die Gesichter der Fans und veröffentlichen Fahndungsfotos. Am Ende haben sie natürlich nichts getan, sondern immer nur auf den Brandherd hingewiesen. Dass sie das Feuer gestartet haben, das interessiert dann nicht mehr.

China, Red Bull, 50+1, die konstante Entfremdung, das Saisonfinale mit Fischer, Feuer und Anastacia, die Transfers, die nicht mehr greifbar sind, das interessiert doch alles nicht mehr. Das ist jetzt entweder alles Fakt oder Geschichte.

Schauen wir doch nur auf die Entfremdung.

Machen Sie mal, Dietfried. Das interessiert wirklich sehr.

Wollen Sie mich eigentlich verarschen?

Nein. Legen Sie los.

Ich mach es kurz. Ich habe das alles oben aufgezählt. Der Fan soll sein Bier an der Bude trinken können. Er muss im Stadion laut sein dürfen, er muss im Stadion feindselig sein, und er wird sich schon zu benehmen wissen. Klar. Unter den Fans sind ein Haufen Spinner, aber die sitzen auch bei Schill rum und die leben das sonst woanders aus.

Es sind Jugendliche. Sie gefährden das Leben anderer. Sie sind Terroristen und haben das Spiel in Geiselhaft genommen.

DID ist nicht mehr mein DID. Die Stadien werden brennen, und die Stadien werden gesperrt werden und es wird zu Verurteilungen kommen. Endlich mal ein Exempel statuieren, und es sind Typen wie Sie, die das befeuern, die die Jungs stigmatisieren, in die Ecke treiben. Die sich aber überhaupt um nix scheren. Eine gute Schlagzeile, ein martialisches Bild. Die Angst in den Augen von Justin Hagenberg-Scholz. Das ist Ihr Geschäft.

Haben Sie nicht Justin Hagenberg-Scholz mit Vorliebe aus dem Soldiner Eck geprügelt?

Ja. Weil der Typ den Fußball vermessen wollte. Weil er den Zufall eliminieren wollte. Weil er das Spielfeld in immer kleinere Felder unterteilen wollte. Und all das zu diesem sauberen Fußball führen wird, der dem Spiel die Luft nehmen wird. Es geht nur noch um Perfektion. Aber ich hasse Perfektion. Ich will keinen perfekten Song, ich will nicht einmal einen perfekten Tag. Und deshalb will ich keinen perfekten Fußball. Was habe ich davon? Ich will Brüche, ich will auch einmal ein Verlierer sein. Ich will Bier trinken, rumprollen und mich über die Dilettanten auf dem Platz aufregen. Ich will mir das nicht verbieten lassen.

Was Sie alles wollen. Wir beenden das hier.

Die Runde mit der Gang ist auch geschafft. Ich fahr jetzt zu Schill. Erst die Igels auf der Open Stage, un dann Krisenmeeting! Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren. Niemals!

Ein schönes Schlusswort.

Stammt auch von mir.