did war der tag, 06.07.2016

Nach Morddrohungen: Sagt BVB jetzt China-Trip ab?

Es war einer der schockierendsten Meldungen des gestrigen Abends überhaupt. Während der China-Reise des Malocherklubs „Schalke 04″ kam es zu unschönen Szenen seitens der asiatischen S04-Anhänger. „Tod dem BVB“ prangte ein Banner auf der Tribüne in Richtung Fans. Eine Anlehnung an die Feindschaft zwischen dem Gelsenkirchener Vorortverein und Borussia Dortmund, dem ersten Leuchtturm des Ruhrgebiets.

Internationalisierungs-Expertin Miriam Wu zeigte sich im Gespräch mit dieser Redaktion sichtlich entrüstet: „Der Verein repräsentiert in China die Bundesliga, aber auch ganz Deutschland. So etwas wirft ein dramatisch schlechtes Bild auf unser Premium-Produkt und muss sanktioniert werden. Der S04 kam hier seiner Aufsichtspflicht nicht nach.“

Auch in der DID-Redaktion stieß das Banner auf entsetzen. „Die DFL muss Geisterspiele in Erwägung ziehen“, meint ein Volontär, der lieber anonym bleiben möchte. Eines ist jedenfalls klar: Nach diesem Mordaufruf sollten die Verantwortlichen von Borussia Dortmund [Klubmotto: „Wir kennen eine Feindschaft nicht. Wir schaffen Hand in Hand“] ihre eigene China-Reise, die in wenigen Wochen beginnen wird, nochmals überdenken.

DID meint: Hier sind wieder einmal die Chaoten von der Tribüne über das Ziel hinausgeschossen.

 

Toni Kroos schließt aus.

Die Mannschaft-Star Toni Kroos [200 Ballkontakte pro Spiel] schließt im Interview mit der Sport Bild aus, jemals etwas auszuschließen. Nach DID-Recherchen kann somit auch ein zukünftiger Wechsel zur Dortmunder Borussia nicht ausgeschlossen werden.

 

Lewandowski-Berater verschwunden?

Kurz vor Ajaccio meldete sich Lewandowski-Berater Maik Barthel zum letzten Mal. #Now #Corse #Ajaccio schrieb der atemlose Football Players agent around the world! in einer dramatischen letzten Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Wir sehen ein wüstenverstaubtes Fahrzeug mit Schlagseite, und zwei verwegene Männer. Dann hören wir nichts mehr.

DID-Transferexperte Ridley Ferundula: „Seit der Machtübernahme des korsischen Befreiungskämpfers Gilles Simeoni im Dezember 2015 habe ich mich nicht mehr auf die Insel getraut. Nicht ohne Grund war das Ligue1-Gastspiel von GFC Ajaccio nach nur einer Saison beendet.“


 

Ist Renato Sanches 34?

Dieser Bayern-Neuzugang ist ein Rätsel! Wie alt ist Rasta-Rakete Renato Sanches (18) wirklich? Diese Frage wirft nicht nur der ehemalige Auxerre-Boss Guy Roux [Lieblingsgesang: Wir singen Stefan, Stefan, Stefan Klos! Alles hält er, der Held von Auxerre] im Gespräch mit dem rumänischen TV-Sender Dolce Sport auf, sondern auch zahlreiche Altersexperten around the world.

„Nicht nur in Afrika werden die Spieler jünger gemacht. Das passiert überall auf der Welt. Wie kann man das nur und ausschließlich mit Afrika in Verbindung bringen. Wie wahnhaft kann man sein“, sagte Balteh Murtala aus Nigeria in einem Internetforum und löste damit eine Diskussion aus.

DID-Experte Justin Hagenberg-Scholz dazu: „Murtala hat einen Punkt. Nach Erfassung aller Daten und Laufwege könnte Renato Sanches auch bereits Mitte 20 sein. Er läuft wirklich viel.“  Ein anonymer Hinweisgeber verwies den DID auf eine sogenannte Alters-MAFIA. „Es gibt keine Alters-MAFIA. Es ist nur eine weitere Verschwörungstheorie der UEFA, um von den eigenen Verfehlungen abzulenken “, erklärte Oderbruch-Psychologin Dörte auf DID-Nachfrage.

 

Mourinhos Jugendspieler

Ricardo Costa, Joca, Hugo Luz, Anthony Grant, Steven Watt, Jimmy Smith, Michael Woods, Ben Sahar, Sam Hutchinson, Lenny Pidgeley, Davide Santon, Rene Krhin, Giulio Donati, Alen Stevanovice, Francesco Bolzoni, Antoni Adam, Alex Fernandez, Jese, Rose Rodriguez, Juan Carlos, Nacho, Tomas Mejias, Fabinho, Alvaro Morata, Joselu, Denis Cheryshev, Casemiro, Diego Llorente, Omar Mascarell, Fernando Flores, David Mateos, Pablo Sarabia, Lewis Baker, Dominic Salanke, Ruben Loftus-Cheek, John Swift, Andreas Christensen, Bertrand Traore und viele mehr.

 

 

Dembowskis Abschied

„Ich werde nie wieder zu Schill gehen“, sagte Chefermittler Dietfried Dembowski dieser Redaktion. „Das letzte Schulle“ war das Ende der zu optimistischen fünften Staffel. „Ab jetzt ist es wieder dunkel.“

 

Faule Äpfel aussortiert.

Mats Hummels begründet seinen Abschied im Interview mit Gottschalks Medien-Gruppe auch mit dem noch zu verkündenden Mkhitaryan-Transfer: „Am Ende wusste ich relativ früh, dass Ilkay geht und ich wusste auch von Mickis Absichten. Das hat auch mit reingespielt.“ Marcel Schmelzer hält dagegen: „Ich war überrascht, dass sich Micki doch noch dazu entschlossen hat, zu wechseln. Viele Spieler haben sich nach der Saison noch sehr intensiv mit ihm unterhalten, wie sein Plan aussieht.“

Ridley Ferundula dazu: „Der BVB ist das erste börsennotierte Unternehmen, das für faule Äpfel über €100M-Euro erhält.“  Chefermittler Dietfried Dembowski kritisierte hingegen das „Nachtreten“ der Borussia. „Die Kommunikation des Vereins hat sich in den letzten Jahren extrem von der Realität entfremdet. Die Borussia ist der erste Klub, der einen Wechsel mit fehlender Courage im Elfmeterschießen begründet. Hier wird den Fans nach dem Mund geredet, und der Nachweis internationaler Klasse bleibt erneut aus.“

das letzte schulle

Hauke Schill, der Wirt mit den traurigen Augen, torkelt auf die Straße und krächzt mit letzter Kraft: „Schulle! Wer ist dabei?“

Ich springe von meinem Tisch nahe der Friedhofsmauer auf. Das brauche ich jetzt. Im Affenkäfig kicken ein paar Kids. Einer trägt ein altes CR7-Shirt, einer die Farben von Fenerbahce, und einer das Katar-Trikot der Blaugrana. Kein Hertha, kein Bayern, kein BVB. Hier ist die Liga noch nicht angekommen. Über der Soldiner schwirrt die Juni-Sonne, und ich lege mich erschöpft zurück. Schill ist jetzt da. Ein Schulle. Das hatte mir gefehlt. Während ich nahe der Friedhofsmauer sitze, mein Schulle begutachte, und dann auf den Affenkäfig starre, erzählt mir Ridley Ferundula von seinen letzten Trips durch das Land. Er habe Flugangst sagt er mir, und dass er mit den Bayern nichts mehr zu tun haben wolle. „Sie haben mir den Deal meines Lebens zerstört,“ sagt er und ich schaue ihn träge an.

„Du bist kein Raiola. Du musst auch mal eine Nummer durchziehen. So wie Mino.“

Doch davon will er nichts wissen.

„Der zieht nur miese Nummern durch. Er hat den BVB erpresst.“ Ich lache auf.

„Ist das nicht dein verdammter Job?“

Ich lege mich zurück und blicke auf die Wolke, die sich vor die Sonne geschoben hat. Atempause. Sommerpause. Nie habe ich sie mehr genossen als nach dieser Saison.
Schill sitzt jetzt auch bei uns. „Läuft nicht“, sagt er und meint seinen Laden, aber eigentlich sein Leben, unser Leben. Ich setze die Schulle-Flasche an und stürze sie mit einem Schluck hinunter.

„Doch“, antworte ich, und meine das Leben. Mein Leben.

„Ich bin Bale!“ klingt es vom Affenkäfig hinüber und der vielleicht siebenjährige Junge im Barcelona-Trikot nimmt Anlauf. „Das ist CR7“, ruft der im CR7-Trikot. Er ist größer, ein wenig älter. Sie diskutieren jetzt. Ein kleines Handgemenge.

„Machste mir noch ein Schulle, Hauke?“

„Klar!“ und Abgang Schill. Der letzte Kunde ist König. Auf der Leinwand an der Friedhofsmauer läuft wieder ein Spiel. Polen gegen Portugal. Früh einigen sich beide Teams auf ein Elfmeterschießen und passen sich über weite Teile des Spiels den Ball in der neutralen Zone hin und her. Es gibt kaum Fouls, noch weniger Torchancen und am Ende einen Verlierer, Kuba, und einen Gewinner, Portugal. Die Fortschreibung einer hässlichen Saison, in der es nicht nur abseits des Spielfelds, dort also wo die Transfersummen explodierten und die Gier nach immer neuen, nach immer aberwitzigeren Geschichten längst krankhafte Züge angekommen hatte, sondern eben auch auf dem Spielfeld nur Verlierer gegeben hatte. Dachte ich zumindest, wenn ich auf die Saison zurückblickte.

Aber was sollte ich mich groß beschweren. Es hat mich ohnehin nicht mehr interessiert, wie ich da fast die komplette Runde auf meiner Bank auf der Lamafarm gesessen hatte. Manchmal sprach ich mit Koi, der jedoch über die Monate meiner Nähe überdrüssig wurde und sich in den Tiefen des Sees versteckte. Einmal ging ich tauchen, doch ich fand ihn nicht. An einem anderen Tag, ich stapfte gerade über den Steg, sah ich ihn und er mich und wir blickten uns an. Da war nur noch unsere gemeinsame Geschichte, doch eine Zukunft, das bedeuteten seine Augen, hatten wir nicht mehr.

Es gab auch keine Kraniche mehr. Sie waren im Februar nach kurzer Rast weitergezogen. Jetzt würde es wieder bis in den September dauern. Klar, hin und wieder verirrte sich ein Storch auf der Farm. Und immer war da der Milan, der auf Beute lauerte. Aber es gab also nur noch Dörte, die Lamas und mich. Und meine Bank. Auf der ich tagein und tagaus saß, und die Nachrufe aus den Zeitungen schnitt, nur um sie mit einem Seufzen in ein Album, das ich nach Bowies Tod angelegt hatte, zu kleben.

Sie waren jetzt alle tot, und täglich ging jemand anders. Nur die Natur hatte sich vom Winter erholt, und der ewige Kreislauf aus Erwachen, Erblühen, Scheinen, und Sterben ging in die nächste Runde. Einmal ging jeder auf seine letzte Runde, dachte ich und klebte einen weiteren Nachruf in das Album.

In Berlin leuchtete das Brandenburger Tor erst in den Nationalfarben Belgiens, dann regenborgenfarben und wenig später schon legte sich der Halbmond über die Quadriga. Auf dem Pariser Platz bekundeten Politiker wie Bürger ihr Mitgefühl für die Opfer der Anschläge. Auch hier ging das große Sterben weiter. Mal waren wir Charlie, und mal waren die Türkei, aber immer waren wir betroffen und hilflos. In der großen Welt der Politik gewannen die Verführer Oberhand, und vielleicht hätte man etwas tun sollen, aber immer kam eine Erregung dazwischen. Wir diskutieren die zukünftigen Maßnahmen, die Auswirkungen und sahen die Wand ja auch kommen.

„Vielleicht müssen wir erst den Aufprall spüren. Vielleicht ist es das wonach wir suchen? Wir sitzen bequem auf unseren Bänken, in unseren Kneipen, in unseren Diskussionssälen, an unseren Schreibtischstühlen und warten, dass es endlich etwas passiert, dass uns wieder fühlen lässt,“ hatte Dörte einmal gesagt und ich ihr zugestimmt. Vielleicht war es das.
Ein ganzer ähnlicher Effekt war auch im Laufe der Bundesliga-Saison eingetreten.

Dortmund spielte präzise, abwartend, lauernd, geduldig, verharrend und eilte mit technokratischer Kühle von Erfolg zu Erfolg. Als Klopp das Spiel eskalieren ließ, fanden sie keine Antwort, jedoch zumindest einen Punkt in mir. Ich blieb in dieser Nacht ohne Schlaf. Die Stunde der größten Niederlage der Borussia war in dieser Spielzeit die Stunde meines größten Triumphs. Für einen kurzen Moment war die Emotionslosigkeit überwunden, für einen kurzen Moment spürte ich etwas.

Danach zerfiel Klopps alte Mannschaft. Gündogan machte seinen Traum vom Ausland wahr, Hummels zierte sich kurz öffentlich und kehrte nach München zurück, Mkhitaryan, der ohnehin erst spät und wenig erfolgreich unter Klopp gespielt hatte, verließ seinen großen Mentor Thomas Tuchel und für Neven Subotic hatte man, wie im Vorjahr bereits für Großkreutz und Kuba, einfach keine Verwendung mehr. Das war die andere Seite. Erwachen, Erblühen, Scheinen und Sterben. Das Ende des Kreislaufs.

Justin Hagenberg-Scholz will davon nichts wissen. Er sitzt jetzt auch neben uns. Ein Kiba vor und die letzten Auswertungen der Laufwege von Jonas Hector und Joshua Kimmich neben sich. „RaRa ist auch gestorben“, sagt er, und dass man ja doch nicht stoppen könne. „Im Dong Xuan hat es auch gebrannt. Aber jetzt ist EM. Wir sollten uns um Hector kümmern. Der bereit mir größte Sorgen.“ Er zeigt auf die Statistiken. Gefühlt kam keine Flanke an. Ferundula sagt „Schmelzer“ und sie diskutieren. Bei Erik Durm steige ich aus.

Ich müsste ihnen eigentlich zustimmen, ja wenigstens zuhören. Aber da sind die Schulle in mir, da ist die Hitze und auch ein Anflug von Ehre. Ich zeige auf den letzten Röckenhaus. Direkt aus Akis Büro diktiert.

Mkhitaryan. Der große Verräter, der die Dortmunder Ideale gegen das englische Kapital eintauscht, kurz bevor Farage die Grenze für immer schließen lässt. Der goldene Käfig. Der betrügerische Agent. Der willenlose, feige Spieler, der seine Entscheidung als Textnachricht an seinen großen Ziehvater übermittelt. Er soll Geld bringen und dann scheitern. Das ist die Ansage.

Ferundula sagt, dass ihn das überhaupt nicht interessiere, und Hagenberg-Scholz redet über Andre Schürrle. Hauke Schill freut sich über die großzügige Spende des Unternehmers Kühne. Miriam Wu reist erst nach China und dann in die Vereinigten Staaten. Auf der Leinwand vor der Friedhofsmauer begräbt Tim Wiese Italien.

Erwachen, Erblühen, Scheinen und Sterben.

Das ist der Kreislauf.

Ich fühle mich schwach. Noch ein Schulle, denke ich und dann wird es dunkel.

 

the end

wie wird der spieltag, dembowski?

Hallo Herr Dembowski, was hören Sie denn da?

Bill Callahan. „Sometimes I Wish We Were An Eagle”. Sein Meisterwerk. „I started telling the story without knowing the end.“ So mache ich das auch immer. Und meine Vorliebe für Vögel dürfte bekannt sein. Raben, Kraniche, der Rote Milan. Das sind meine Fixpunkte. Über Adler habe ich noch nie nachgedacht. Aber die haben auch was. Da bin ich mir sicher.

Das geht doch gut los. Herr Dembowski, wie wird der letzte Spieltag?

Eine innovative Frage. Die beantworte ich gerne, und bleibe gleich beim Adler, der spielt nicht. Drobny auch nicht. Der will nicht mehr. Hamburg hat ihn über den Tisch gezogen, jetzt fühlt er sich schlapp. Bruno Labbadia macht verzweifelte Witze, sieht jedoch, dass die Vorstadt-Welt wieder einmal über ihm zusammenbricht. Kollege Kühne und sein sportlicher Berater Calmund erklären ihm neuerdings die Welt. Sie haben das Geld, und Knäbel keinen Job mehr. Der Angriff auf Europa wird geplant. Mario Götze ist ein wichtiger Bestandteil der Planung.

Aber geht der nicht zu Hasenhüttl nach Leipzig?

Das haben Sie doch sicher im Red Bulletin gelesen! Sie sind auf dem richtigen Weg. Mit ihrem guten Geld kaufen sie sich jetzt auch in die Fußball-Berichterstattung ein. Das finde ich gut. Die Roten Bullen werden wirbeln und wir werden jubeln. Erfrischender Fußball, ein neuer Bayern-Konkurrent wächst heran, blühende Landschaften im Wirtschaftswunderland Sachsen. Endlich haben die Leute dort, nach Jahrzehnten der Misswirtschaft, wieder einen Bundesligisten. Die Helene Fischer unter den Erstligisten. Ich bin verliebt. Und Marketing macht auch Gazprom auf Schalke, VW in Wolfsburg, Bayer in Leverkusen und Puma in Dortmund.

Aber das sind Vereine!

Und? Fußball verändert sich. Wir wollen den schönen Fußball sehen. Das haben wir doch bereits in der letzten Woche besprochen. Sie folgen hier der Argumentation von Christian Heidel, der im kicker-Interview sagt: „Red Bull ist kein Sponsor, Red Bull ist der Verein.“ Ich frage, wo ist da das Problem? Wichtig ist auf dem Platz. Und was dort passiert, lass ich mir von Spielverlagerung erklären.

Eine gute Wahl. Eine tolle Seite.

Eine Seite? Ich lese die immer in der Bild. Wenige runtergebrochene Sätze für den Bauarbeiter. Genau mein Ding. Ich finde es wichtig, dass uns der Fußball erklärt wird. Der Weg geht zur portalneutralen Berichterstattung. Das ist unbedingt zu begrüßen.  Red Bulletin, Bild? Das ist egal. Hauptsache die richtigen Leute schreiben für diese Portale. Die Terror-Ultras begrüßen das nicht. Die machen nur Krach. Und hängen ihren konservativen Werten nach.

Wollen Sie einen Apfel oder eine Birne?

Ich bleibe beim Bier.

Zurück zur Bundesliga. Zurück zum Tag der Entscheidungen!

Entscheidungen?

Entschuldigung. Entscheidung.

Stimmt schon. Die beste Liga der Welt ist so gut, dass sie den letzten Spieltag gar nicht mehr braucht. Das ist doch klasse.

Wer geht runter?

Die Hellseherin Sylvia Hell hellsieht Stuttgart. Das sagte sie Sport1. Aber Stuttgart wird in Wolfsburg gewinnen. Dort sind vor der China-Reise erstmal alle wichtigen Spieler raus. Aus privaten Gründen, aus Verletzungsgründen. Da gibt es keinen Zusammenhang. Aber sie sind raus. Und das ist eine enorme Schwächung. Ich lege mich weiter fest: Bremen steigt direkt ab. Die Werder-Fans werden die Weser mit ihren Tränen füllen. Niko Kovac hat mit Frankfurt die Wende eingeleitet. Das hat Spielverlagerung auch vorausgesagt. Bereits im September 2015 feierten sie ihn hart, wie man sagt. Wedding-Style.

Frankfurt hat sich mit einem 1:0 über den Ballspielverein überhaupt erst in diese komfortable Lage gebracht. Was war mit dem BVB los?

Für die war es ein Vorbereitungsspiel. Und Tuchel hat sich vercoacht indem er Gonzalo Castro, den wichtigsten Spieler im System Dortmund, auf die Bank gesetzt hat. Das kann passieren. Es war nicht wichtig. Und natürlich haben sie durch Hummels auch einen regulären Treffer erzielt. Der wurde nur nicht anerkannt.

So wie die Leistung Hummels in den vergangenen 101 Monaten?

Die Einschätzung dieses Transfers ist doch grundlegend falsch. Für Hummels hatte der BVB keine Verwendung mehr. Seine riskanten Läufe, seine Pässe. Das war alles toll anzusehen. Aber wenn Sie in den letzten drei, vier Jahren auch nur ein Spiel der Borussia in voller Länge verfolgt hätten, würden Sie mir zustimmen: Der BVB mit Hummels war arg ausrechenbar. Der BVB mit Hummels war zu sehr von seinen Launen abhängig. Erinnern Sie sich doch nur an das Skandalspiel gegen Ingolstadt. Dort konnte man allein durch den Weltmeisterbonus gewinnen. Ein trauriger Sieg, eine Niederlage für den Fußball. Durch den Verkauf von Hummels hat sich der BVB von seiner unglücklichen Vergangenheit befreit, einen direkten Konkurrenten geschwächt, dazu noch ordentlich Kasse gemacht. Alles ist gut.

Wird der BVB durch den Transfer von Ousmane Dembele stärker?

Das müssen Sie die bereits oben genannten Experten fragen. Was ich sagen kann: Der Transfer von Ousmane Dembele ist ein wichtiger Baustein für den zweiten Leuchtturm. Der Trend im deutschen Fußball geht eindeutig zum zeitigen Überraschungstransfer. England hat das Geld, Spanien den Erfolg und Deutschland die Zukunft. Vorsprung durch Transfertechnik. Gerade erst sind die internationalen Abgesänge auf die Bundesliga abgeklungen, da brüllt ihnen der BVB „Dembele“ entgegen. Dazu hat der Ballspielverein noch Pulisic, Passlack, Weigl, Ginter, Durm, ja sogar Bürki, der noch ein junger Torhüter ist.

Kann der BVB den Pokal gewinnen?

Wieso nicht? Sie sind eine sehr gute Mannschaft. Das ändert auch die Niederlage gegen Frankfurt nicht. Tuchel darf sich nur nicht vercoachen.

Wer wird Siebter?

Der FC Schalke 04. Im letzten Spiel unter Breitenreiter werden sie die Wende auch nicht mehr schaffen. In Mainz, im Spiel der beiden Trainer des Jahres, lesen Sie dazu bitte auch das Zeit-Interview mit Martin Schmidt, wird man sich daher frühzeitig auf ein Unentschieden einigen können. Das reicht beiden Teams.

Ist das nicht eine unerlaubte Absprache?

Nein. Schalke verliert. Es ändert einfach nichts.

Mehr Entscheidungen stehen in der Liga nicht an. Blicken wir noch einmal auf die anderen Ligen.

Nein! Das werden wir nicht tun. Newcastle geht runter, Rayo steht direkt am Abgrund. Mir langt es für dieses Jahr.

Das muss man akzeptieren. Werden wir uns in der kommenden Saison wieder am DID POWER RANKING erfreuen können?

Wir werden das überarbeiten. Und stärker zurückkommen. Das wichtigste Ranking im Weltfußball darf nicht untergehen.

Katar gegen Zwanziger geht in die nächste Runde. Was können wir da erwarten?

Nicht viel. Es ist wie Erdogan gegen den Rest der Welt. Die deutschen Gerichte müssen sich vermehrt mit diesen seltsamen Geschichten befassen. Ich finde das befremdlich.

Herr Dembowski, wir haben jetzt keine Zeit mehr. Vielen Dank für den Ausblick.

It’s time to put god away. Das singt Bill Callahan. Ich mag ihn.